Laurie Dieffembacq

Maggie De Block verleiht Mawda-Familie Aufenthaltsgenehmigung aus humanitären Gründen

Neun Monate nach dem Tod des zweijährigen Mädchens Mawda (Foto) hat ihre kurdisch-irakischen Familie eine humanitäre Aufenthaltserlaubnis in Belgien erhalten. Sie gilt für ein Jahr und kann verlängert werden. Das hat Asylstaatssekretärin Maggie De Block (Open VLD) am Samstagmorgen bestätigt.

Die Familie kann jetzt auf jeden Fall so lange in Belgien blieben, bis die hiesige Justiz  geklärt hat, unter welchen genauen Umständen das Kleinkind umkam.  Das zweijährige Mädchen war im Mai letzten Jahres bei einer Verfolgungsjagd auf der Autobahn E42 durch eine Polizeikugel getötet worden. Die Beamten wollten einen verdächtigen Kleinbus stoppen, in dem sich Menschenschmuggler und Migranten befanden.

"Ich erteile ein humanitäres Visum nur in Ausnahmefällen. Diese Familie ist ein solche Ausnahme. Mawda wurde im Beisein ihrer Eltern und ihres Bruder erschossen und starb in ihren Armen. Sie haben unter außergewöhnlichen Umständen ein Kind verloren und ein Kind zu verlieren ist das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann. Auch laufen die Ermittlungen, wer genau für den Tod des Mädchens verantwortlich war,  noch", sagt De Block VRT NWS.

87 Millionen Euro

Die Asylstaatsekretärin De Block kündigte auch eine Aufstockung ihres Etats um 87 Millionen Euro an. Wegen der steigenden Zahl von Asylanträgen seit dem letzten Sommer sollen 3.250 weitere Auffangplätze  für Asylbewerber geschaffen werden. Auch werden im Ausländeramt 90 zusätzliche Personalmitglieder eingestellt.

"Seit letztem Sommer ist die Zahl der Asylanträge wieder gestiegen", erklärt De Block gegenüber VRT NWS. "Infolgedessen werden mehr Unterbringungsmöglichkeiten benötigt. Dadurch dauern die Verfahren wieder länger, weshalb wir zusätzliche Mitarbeiter einstellen, um die Asylanträge schneller zu bearbeiten. Wir investieren auch in Abschreckungskampagnen.“