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Dringender europäischer Handlungsbedarf nötig, um eine Rückkehr des IS in Nordsyrien zu vermeiden

Belgien und andere europäische Länder müssen dringend ihrer Verantwortung nachkommen, um die humanitäre Katastrophe in und um die syrische Stadt Ar-Raqqa zu stoppen. Das sagt die Nichtregierungsorganisation 11.11.11 an diesem Montag vor dem Hintergrund, dass die Situation in Syrien wieder ganz oben auf der internationalen Agenda steht. 

"Für uns zählt vor allem die Situation der einfachen Bürger vor Ort", heißt es in einer Pressemitteilung hierzu. "Man kann als Mitglied der Internationalen Koalition gegen den IS nicht an Bombardierungen teilnehmen und dann beim notwendigen Wiederaufbau wegschauen."

11.11.11.-Mitarbeiter Willem Staes war noch letzten Monat in der Region. Er stellte fest, dass der Abzug der amerikanischen Truppen die Unsicherheit darüber, wer das Machtvakuum füllen wird, und die Bedrohung des noch nicht endgültig eliminierten IS die Angst vor Ort erhöhten.

Die Not vor Ort ist groß. "Noch immer muss viel Schutt beseitigt werden. Unfälle mit noch nicht entsorgten Sprengstoffen sind an der Tagesordnung, die Gesundheitsversorgung ist unzureichend, es mangelt an Strom und Wasser sowie am Unterrichtswesen für Kinder. Außerdem herrscht enorm viel posttraumatischer Stress in der Bevölkerung", so Staes. Lokale NRO, die Zugang zu bestimmten Gebieten und die beste Sicht auf die Bedürfnisse haben, leiden aber unter einem strukturellen Mangel an Ressourcen.

Eine Dynamik, um die Krise zu bewältigen, ist vorhanden: An diesem Montag treffen sich die EU-Außenminister unter anderem zu Syrien. Und vom 12. bis 14. März findet in Brüssel eine neue Syrien-Konferenz statt. Belgien muss als Mitglied des UN-Sicherheitsrates und Mitglied der Anti-IS-Koalition in diesen Debatten eine "wichtige Rolle" spielen, betont 11.11.11.

Die europäische Anstrengung ist eine moralische Verantwortung, aber auch eine strategische Notwendigkeit, heißt es weiter. Schließlich mehren sich die Anzeichen für eine Reorganisation des IS: In den letzten Monaten gab es mehrere Angriffe durch so genannte schlafende Zellen des IS. Das ganze Gebiet in Trümmern zu verlassen und die einfachen Bürger im Stich zu lassen, führe mit Sicherheit zu einem Comeback des islamischen Staates, ist Staes überzeugt.