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Welche Wahlabsichten haben Flamen und Wallonen bei den Europawahlen im Mai?

Das Europäische Parlament hat an diesem Montagmorgen eine erste Berechnung der EU-weiten Sitzverteilung im Europaparlament auf Basis aktueller Wahlabsichtsbefragungen veröffentlicht. Insgesamt deuten die Umfragen auf eine stärkere Fragmentierung des Europaparlaments hin. Was die Wahlabsichten für Flandern betrifft, sieht es danach aus, als ob die N-VA die meisten Sitze im Europaparlament holen wird.

Erstmals veröffentlicht das Europäische Parlament (EP) Wahlabsichtsbefragungen aus Belgien und den EU-Mitgliedstaaten und die daraus folgende Sitzverteilung im Parlament nach der Europawahl am 26. Mai 2019.

Bei der Verteilung der flämischen Sitze im Europaparlament würden die Regionalisten von der N-VA dominieren. Sollte die N-VA 28,8 Prozent erzielen, würde sie wieder vier der zwölf Sitze erhalten.  Die  flämische christdemokratische CD&V würde mit 16,3% und zwei Sitzen zur zweitgrößten Partei werden.

Die Grünen von Groen würden Stimmen hinzugewinnen und kämen auf 14,0 Prozent. Damit wären sie viertgrößte Partei und würden auch einen Sitz mehr im Europaparlament bekommen. Sie könnten dann zwei statt einen Abgeordneten entsenden - auf Kosten der liberalen Open VLD. Die Open VLD würde mit 14,2% drittgrößte Partei bleiben, dann aber einen Sitz abgeben müssen und hätte statt bisher drei nur noch zwei Sitze.

Der rechtsextreme Vlaams Belang und die sozialdemokratische SP.A. würden jeweils 1 Mitglied des Europäischen Parlaments (MdEP) stellen.

Bei den Wallonen würde die sozialdemokratische PS größte Partei mit 25,2 Prozent. Sie hätte wieder wie bei den Wahlen von 2014 genau 3 Sitze im Europaparlament. Die liberale MR von Premier Charles Michel würde 2 Sitze holen und hätte damit einen Sitz weniger als nach den Wahlen von 2014. Sie wäre zweitstärkste Partei in der Wallonie mit 20,3 Prozent. Die französischsprachigen Grünen von Ecolo kämen an dritter Stelle mit 16,6 Prozent und hätten wie die linke PTB (13,6%) und die französischsprachige cdH (10,9%) jeweils einen Sitz. 

Europaweit läge EVP-Fraktion vorn

Europaweit bliebe übrigens die EVP-Fraktion stärkste Kraft im Europaparlament. Sie würde jedoch statt bisher 217 nur noch 183 Sitze einnehmen. Auch die S&D-Fraktion würde eindeutig verlieren. Statt der bisher 186 Europaparlamentarier würde sie nur noch 135 MdEP stellen. Die ALDE-Fraktion hätte einen leichten Zugewinnen (75 statt der bisherigen 68 Sitze) und könnte von der viertstärksten auf die drittstärkste Fraktion aufsteigen. Am meisten würde die ENF-Fraktion (Europa der Nationen und der Freiheit) hinzugewinnen. Sie würde mit 22 zusätzlichen Mandaten viertstärkste Kraft im Europaparlament und könnte insgesamt 59 Sitze belegen.

Die EKR-Fraktion (Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer) würde nach dem Brexit und der Reduzierung des Europaparlaments von 751 auf 705 Sitze von 75 auf 51 Sitze zurückfallen. Die Konföderale Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordischen Grünen Linken, kurz GUE/NGL, würde um 6 Sitze schrumpfen. Sie läge mit 46 MdEP knapp vor der Grünen-Fraktion mit 45 Sitzen. Letztere würde wiederum 7 Sitze gegenüber der aktuellen Sitzverteilung einbüßen. Die kleinste Fraktion wäre die EFDD (Europa der Freiheit und der direkten Demokratie) mit 43 statt den bisher 41 Mandatsträgern.

„Für die Berechnung der Sitzverteilung auf Basis aktueller Wahlabsichtsbefragungen wurden nur derzeit im EP vertretende Parteien und bestehende Fraktionen berücksichtigt“, heißt es in einem Communiqué der Europäischen Kommission. Der heutige Bericht wurde von "Kantar Public" und "Ipsos" durchgeführt.

Die nächsten Veröffentlichungen folgen am 27.02., 14.03., 28.03., 11.04., 29.04., 08.05., 16.05. und 21.05.2019.

Finden Sie hier den gesamten Bericht: http://www.europarl.europa.eu/at-your-service/files/be-heard/eurobarometer/2019/political-landscape-developments/en-ee19-national-report-18february-2019.pdf

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