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Dreißig hochbetagte Belgier erhalten noch immer "Hitler-Rente"

Rund dreißig hochbetagte Belgier erhalten für ihren Dienst während des Zweiten Weltkriegs bei der Waffen-SS noch immer eine Zusatzrente aus Deutschland. Das wurde ihnen 1941 von Adolf Hitler selbst garantiert, berichtet die Zeitung De Morgen. An diesem Dienstag prüft der parlamentarische Ausschuss für Außenbeziehungen eine Entschließung, die dieser Kriegsrente ein Ende setzen will.

Belgische Soldaten, die während des Zweiten Weltkriegs Mitglieder der Waffen-SS waren, die zur deutschen Armee gehörte, bezogen infolge eines Dekrets von Adolf Hitler eine Kriegsrente. Dieses Dekret wurde nach dem Krieg nicht aufgehoben, so dass heute noch etwa 30 hochbetagte Personen in Belgien eine deutsche Kriegsrente erhalten.

Der Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten des Parlaments prüft an diesem Dienstag eine von Olivier Maingain (DéFi) und zwei PS-Abgeordneten eingereichte Entschließung. Darin fordern sie die Regierung auf, "dieses Problem dringend diplomatisch zu lösen".

Infolge des deutschen Dekrets von 1941 erhielten die Bewohner der Ostkantone und des Elsass, die nach der Invasion durch die Nationalsozialisten die deutsche Staatsbürgerschaft erwarben, aber auch Belgier, die während des Krieges der Waffen-SS beigetreten waren, eine Kriegsrente aus Deutschland.

"Die Namen dieser Personen sind dem deutschen Botschafter in Belgien bekannt, werden aber nicht an die belgische Regierung weitergeleitet, so dass diese seit vielen Jahren keine steuerlichen Initiativen ergreifen kann", heißt es in der am heutigen Dienstag diskutierten Resolution.

Zusatzrente

"Seit fast 70 Jahren sind die Zusatzrenten von den Bundesländern ausgezahlt worden", sagt der Forscher Alvin De Coninck von der Erinnerungsgruppe in der Zeitung De Morgen. 'Group Remembrance' – 'Groep Herinnering' ist eine Vereinigung von Überlebenden der NS-Konzentrationslager und ihren Angehörigen.

"Ich stoße auf eine Zusatzrente von 425 bis 1.275 Euro pro Monat", sagt De Coninck in der Zeitung. "Der Jahre dauernde Aufenthalt in einer belgischen Zelle als Folge einer Strafe wegen Kollaboration wird als Arbeitszeit betrachtet. (....) Während Belgier, die während des Krieges in Deutschland als Zwangsarbeiter arbeiten mussten, nach dem Krieg eine Entschädigung von 50 Euro pro Monat erhielten.“

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