Ricardo Smit

Atombehörde prüft Sicherheitsmaßnahmen zu Laufzeitverlängerungen der Kernkraftwerke

Die belgische Bundesagentur für Nuklearkontrolle (FANC) prüft derzeit, welche Sicherheitsmaßnahmen nötig sind, um die hiesigen Kernkraftwerke möglicherweise länger am Netz zu lassen. Eine entsprechende Meldung der Wirtschaftsblätter De Tijd und L’Echo wurden inzwischen bestätigt. Der Atomausstieg in Belgien ist per Gesetz auf das Jahr 2025 festgelegt worden, doch man wolle „proaktiv“ vorgehen, hieß es bei der FANC dazu.

„Wir möchten uns proaktiv auf alle möglichen Szenarien vorbereiten.“, so FANC-Sprecher Cédric van Caloen zu den aktuell laufenden Verfahren zu einer eventuellen Laufzeitverlängerung für einige der Meiler in den beiden belgischen Kernkraftwerken Doel bei Antwerpen und Tihange bei Lüttich (Foto).

„Wir respektieren die Gesetzgebung rund um den Atomausstieg, die die Politik beschlossen hat.“, so van Caloen weiter, doch falls sich die nächste belgische Bundesregierung dafür entscheidet, auch nach 2025 auf die Kernkraft zu setzen, wolle die nukleare Kontrollbehörde darauf vorbereitet sein.

Man analysiere jeden Atommeiler, um zu sehen, welche Sicherheitsvorkehrungen ergriffen werden müssen, um länger Strom zu produzieren. Dabei gehe es um Sicherheitsanforderungen, die externe Ereignisse abfedern, wie z.B. Erdbeben oder Flugzeugabstürze.

In diesem Zusammenhang legt die Behörde übrigens Wert auf die Feststellung, dass sie unabhängig sei, wie Sprecher Cédric van Caloen andeutete: „Von Seiten der Politik kam keine einzige Frage, um ein eventuelles Verschieben vorzubereiten. Es handelt sich hier um eine proaktive Denkübung, die von der FANC selbst kommt.“ 

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