Footgate in Belgien: Trainer Peter Maes erneut verhört und eine Nacht in einer Zelle

Fußballtrainer Peter Maes (54 - Foto), zuletzt bei Sporting Lokeren aktiv, ist am Dienstag, im Zusammenhang mit dem Fußballskandal, erneut verhört worden. Am Montag und am Dienstag sind insgesamt 16 Personen in dieser Angelegenheit verhört worden, darunter auch die Lebensgefährtin von Peter Maes, wie dessen Anwalt bestätigte.

Am Montag wurde noch in der VRT-Spieltagnachlese „Extra Time“ darüber spekuliert, ob die Ermittlungen in Sachen Geldwäsche, Korruption und Spielmanipulationen im belgischen Fußball festgefahren sind. Währenddessen saß der Ex-Trainer von KV Mechelen, Sporting Lokeren und Racing Genk in einer Zelle und wurde am Dienstag von der belgischen Bundespolizei verhört.

Maes sollte den Ermittlern zusätzliche Informationen über seine beruflichen Kontakte zu dem serbischen Spielerberater und -makler Dejan Veljkovic (Foto unten) liefern, der Kronzeuge in diesem Fall. Möglicherweise wurde Maes am Dienstag auch mit Aussagen oder Informationen konfrontiert, die Veljkovic im Zuge seiner Geständnisse machte.

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Dejan Veljkovic

Peter Maes wurde vom zuständigen Ermittlungsrichter unter Vorbehalten wieder freigelassen. Insgesamt wurden in den vergangenen Tagen 16 Personen in diesem Zusammenhang vorgeladen und von der Polizei verhört. Dabei handelt es sich um Personen, die mit den Vereinen von Maes zu tun haben oder hatten: Mechelen, Genk und Lokeren. Konkret soll es sich bei den Befragungen und Verhören um einen Schwarzgeldkreislauf in der ersten belgischen Fußball-Liga handeln.

Trainer Maes und Makler Veljkovic kennen sich seit 2010, als Maes den KV Mechelen in Richtung Sporting Lokeren verließ. Veljkovic handelte damals die Verträge und Bedingungen für Maes aus. Die belgische Justiz geht davon aus, dass dabei auch Schwarzgeld geflossen ist. Ob Maes selbst Geld aus den Transfers von Makler Veljkovic erhalten hat, ist wohl ebenfalls Gegenstand der Verhöre. Peter Maes ist bereits in Sachen Footgate verhört worden. Er steht im Verdacht, an Geldwäsche beteiligt zu sein und einer kriminellen Vereinigung anzugehören.

Am Donnerstag wurde bekannt, das Peter Maas möglicherweise bis zu 480.000 € an Schwarzgeld kassiert haben könnte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass dies aber vielleicht nur die Spitze des Eisbergs sein könnte. In den vergangenen Tagen wurden dazu auch Lokeren-Präsident Roger Lambrecht und der ehemalige Racing Genk-Geschäftsbürger und frühere Antwerpener Bürgermeister Patrick Janssens. Die Spielervermittler Dejan Veljkovic und Mogi Bayat sollen Kommissionen bei Transfers von Spielern und Trainern, sowie bei deren Löhnen und Gehältern mit Schwarzgeld geregelt haben. 

Ist der RSC Anderlecht zahlungsunfähig?

Der Spielermakler Mogi Bayat (Foto unten) ist der Ansicht, dass der belgische Rekordmeister RSC Anderlecht Zahlungsschwierigkeiten hat. Bayat, der auch in Zusammenhang mit dem belgischen Fußballskandal genannt wird, hat jetzt durch seine Anwälte Zahlungsvorgänge bei Anderlecht beschlagnahmen lassen. Er fordert von Anderlecht ausstehende Zahlungen in Höhe von 1,75 Mio. € ein, die aus Transfers stammen, die vor dem Ausbruch des allgemeinen Fußballskandals getätigt wurden, bzw. über Bayats Unternehmen CMB gelaufen sind.

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Mogi Bayat

Offenbar liegen beim belgischen Rekordmeister Cashflow-Probleme vor. Gegenüber Bayat wurde angedeutet, dass man „in einigen Wochen zur Zahlung übergehen werde“, doch damit will er sich nicht zufrieden geben. In den vergangenen Jahren sorgte Vorstandsmitglied Alexandre Van Damme regelmäßig für Kurzzeitkredite bei Anderlecht, um Zahlungen zu leisten.

Doch Van Damme spielt seit der Übernahme des Brüsseler Vereins durch den millionenschweren flämischen Unternehmer Marc Coucke keine Rolle mehr beim RSC und wird wohl für solche Probleme nicht mehr gerade stehen wollen. Inzwischen vermittelt der belgische Spielermaklerverband BFFA in diesem Vorgang.

Yorick Jansens