In Flandern wird die unbemannte Schifffahrt möglich

Am Freitag hat die flämische Regierung auf Vorschlag des Ministers für Mobilität, Ben Weyts (N-VA), den Rahmen für unbemannte Binnenschiffe verabschiedet. Damit könnte in der zweiten Jahreshälfte mit den ersten Pilotprojekten begonnen werden.

Ein Pilotprojekt auf der Ijzer mit einem autonom fahrenden 4,6-Meter-Modellfahrzeug wird derzeit bereits durchgeführt. Der Test wird vom flämischen Wasserstraßen-Betreiber Vlaamse Waterweg nv, der POM Westflandern und der Katholischen Universität Löwen realisiert.

Mit dem neuen Rahmen wird es auch möglich sein, die unbemannte Schifffahrt mit vollwertigen Schiffen zu testen. Im Rahmen der Projekte besteht die Möglichkeit, von der derzeitigen Verpflichtung, eine Besatzung an Bord zu haben und von den technischen Vorschriften abzuweichen. Ferner wird geklärt, wer für das Schiff im Falle eines Unfalls oder eines anderen Problems und bei Abwesenheit eines Skippers verantwortlich ist.

Fünf private Akteure bereiteten laut Minister Weyts bereits Projekte vor, so dass man in der zweiten Hälfte dieses Jahres mit den ersten Tests mit richtigen Schiffen beginnen kann. Die meisten Pläne konzentrierten sich auf unbemannte Schifffahrten mit Fernsteuerung, doch werde auch an einen völlig autonomen Schiffsverkehr ohne menschliche Interaktion gedacht. Das flämische Testgebiet umfasst fast alle Schifffahrtswege. In allen Provinzen werden deshalb private Projekte geplant.

"Flandern nimmt eine Vorreiterrolle ein", betonte Weyts. "Das ist Spitzentechnologie, aber wir wollen hier wirklich Vorreiter sein. Jede Fracht, die auf dem Wasserweg transportiert werden kann, muss nicht mehr auf der Straße transportiert werden".

Im vergangenen Jahr beförderte die flämische Binnenschifffahrt mehr als 72 Millionen Tonnen Güter und hielt damit mehr als 3 Millionen Lastwagen von der Straße fern.