Belgien steigt auf Platz 5 im europäischen Gesundheitsindex

Belgien steigt vom 8. auf den 5. Rang im europäischen Gesundheitsindex. Unsere Gesundheitsversorgung sammelt gute Noten für eine schnelle und gute Behandlung, für einen hohen Impfgrad bei Kindern und für die Bezahlbarkeit für alle Bürger. Punktabzüge gibt es weiterhin bei den langen Wartelisten für Patienten im Bereich mentale Pflege und bei der Information der Patienten. 

Laut dem europäischen „Euro Health Consumer Index“ (EHCI) ist Belgien im europäischen Vergleich von Platz 8 auf Platz 5 gestiegen. Der schwedische Think Tank „Health Consumer Powerhouse“ (HCP) vergleicht den Gesundheits- und Pflegebereich in insgesamt 35 europäischen Ländern seit 2005 und bewertet diese Bereiche. Rang 1 des „Euro Health Consumer Index“ belegt die Schweiz, gefolgt von den Niederlanden, Norwegen und Dänemark. HCP lobt vor allem den leichten Zugang zu ärztlicher Hilfe in Belgien, was sowohl für Konsultationen bei Hausärzten, als auch bei Spezialisten gilt.

Lobenswert sei auch der hohe Grad bei Impfungen und die rasche und umfassende Behandlung bei Krebserkrankungen, was in unserem Land für hohe Überlebenschancen sorgt. Nur in der Schweiz werden laut „Health Consumer Index“ Patienten noch schneller behandelt, als in Belgien. Die Autoren der Studie bemängeln hingegen, dass Patienten in unserm Land nur unzureichend über ihre Rechte bzw. ihren Gesundheitszustand informiert werden.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Maggie De Block

Problem psychische Erkrankungen

Ein weiterer Nachteil im belgischen System ist die Behandlung von psychischen Krankheiten und Problemen. In dieser Hinsicht sind die Wartezeiten für Behandlungen und Konsultationen auffallend lang. Belgiens geschäftsführende Gesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD - Foto oben) ist zufrieden mit den Ergebnissen, gibt aber zu, dass man einiges verbessern kann und muss:

„Wir haben eine besonders spezialisierte Pflege bei mentalen Problemen, doch diese Pflege ist nicht immer rasch verfügbar. Überdies gab es bis vor Kurzem noch keine Erstattung für mentale Pflege. Das haben wir aber schon ändern können.“ Allerdings bleibt hier festzuhalten, dass sich nur wenige Psychologen bisher dem neuen Rückerstattungssystem angeschlossen haben.

Ministerin De Block will auch den Antibiotikagebrauch weiter senken: „Fast jeder 10. Belgier weiß, dass Antibiotika beispielsweise bei Grippe kaum helfen und doch bleibt der Gebrauch davon, trotz sinkender Zahlen in den vergangenen Jahren, weiter zu hoch. Das wiederspricht sich.“ 

© Sabine Joosten/Hollandse Hoogte

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