Neue Chance für die Tarifverhandlungen? Lohnerhöhungen von 1,1 % möglich

Nach neuen Berechnungen des belgischen Zentralrats für Unternehmen, CRB, sind für die Jahre 2019 und 2020 Lohnerhöhungen von 1,1 % über dem Index möglich. Am Montag beginnen neue Gespräche mit den Sozialpartnern für ein allgemeines und interprofessionelles Tarifabkommen, nach dem die Gewerkschaften den Verhandlungstisch im Januar abgebrochen hatten.

Im Januar hatten die Gewerkschaften die Tarifverhandlungen abgebrochen, da die möglichen Lohnerhöhungen bei lediglich 0,8 % über dem Index berechnet werden sollen. Auch dabei beriefen sich die Arbeitgeber auf Berechnungen des CRB und wollten davon nicht abrücken. Die Folge war der Rückzug der Gewerkschaften und ein landesweiter Streik am 13. Februar.

Unterdessen stellte der CRB neue Berechnungen an, die jetzt in einer möglichen Lohnerhöhung von bis zu 1,1 % über dem Index liegen können. Dies soll die Basis für neue Gespräche zu einem Tarifabkommen für die Beschäftigten der Privatwirtschaft für den Zeitraum 2019-2020 bieten.

An diesem Montag beginnen auf dieser Basis neue Tarifgespräche, doch ob diese jetzt gelingen, bleibt fraglich. Der Vorsitzende der christlichen Gewerkschaft ACV, Marc Leemans, bleibt skeptisch und ist nicht sicher, dass diese zweite Chance eine Einigung bringen kann, wie er in der Montagsausgabe der flämischen Tageszeitung De Morgen andeutete:

„Ich habe immer gesagt, dass die Marge nicht kleiner sein darf, als die vorherige und die lag bei 1,1 %. Etwas mehr, 1,5 %, ist für mich logischer“. Leemans will sich aber weiter dem Lohnnormgesetz der Bundesregierung verweigern: „Dieses Gesetz ist voller Schummelsoftware und sorgt dafür, dass das ursprüngliche Lohnnormgesetz aus dem Jahr 1996 nicht mehr greifen kann. Wie erklärt sich sonst, dass man einen Monat nach der offiziellen Berechnung einfach mal eben eine neue Zahl berechnen kann?“

Leemans ist der Ansicht, dass der Streik vom 13. Februar zumindest dafür gesorgt hat, dass Arbeitnehmer und die Politik umdenken mussten. Sie hätten dabei wohl feststellen müssen, dass sie zu weit gegangen seien, so der christliche Gewerkschaftsführer. 

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