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Am Brüsseler Rand in Flandern steigen die Bevölkerungszahlen. Wie lange noch?

Am Montag deutete der Bürgermeister von Beersel (Foto) in Flämisch-Brabant am Brüsseler Rand an, dass seine Gemeinde groß genug sei. Mehr Einwohner brauche man nicht und Neubaugebiete auch nicht. Beersel wolle ländlich und grün bleiben, so die unmissverständliche Botschaft. Viele Gemeinden am flämischen Rand rund um Brüssel spüren einen ständigen Zuzug aus Richtung Hauptstadt. Wie gehen sie damit um?

Dass sich viele Haushalte am Brüsseler Rand in Flandern niederlassen, ist aus den dort stetig steigenden Bevölkerungszahlen deutlich ersichtlich. In den vergangenen fünf Jahren zeigt sich dies in verschiedenen Gemeinden in Flämisch-Brabant: Dort stieg die Bevölkerungszahl um 4,11 %. In der Provinz allgemein wurde ein Anstieg um 3,33 % festgestellt und in der mittendrin liegenden Region Brüssel-Hauptstadt stieg die Zahl um 3,76 %.

Deutlicher ist dieses Phänomen an den Zahlen der am stärksten betroffenen Brabanter Gemeinden zu sehen: Drogenbos +10,2 %, Machelen +9,8 % und Vilvoorde +6,1 % - in nur fünf Jahren. Andernorts aber stagniert der Bevölkerungsanstieg, wie z.B. in Linkebeek oder in Wezembeek-Oppem. In Dilbeek reagiert man übrigens nicht anders als im oben erwähnten Beersel. Hier sollen sich keine zusätzlichen Einwohner mehr niederlassen, so verlautete vor einiger Zeit aus dem dortigen Gemeinderat. 

Zuzug aus der Stadt vs. Landflucht der jungen Leute

Manche Kommunen, wie Linkebeek z.B., reicht die lokale Infrastruktur nicht aus, um noch mehr zu bauen. Hier sank die Bevölkerungszahl in den vergangenen fünf Jahren sogar - sehr zur Freude der Gemeindeverwaltung und der dortigen Einwohner. Linkebeek gehört auch zu den Gemeinden am Brüsseler Rand, die - genau wie Beersel - ihren ländlichen und grünen Charakter erhalten wollen. Hier liegt sogar ein anderes Problem vor: Landflucht der jungen Leute…

Ben Weyts (N-VA), Flanderns Landesminister für den sogenannten „Flämischen Rand“, geht auf die Bedürfnisse der betroffenen Gemeinden rund um Brüssel ein: „Ich freue mich darüber, dass viele Gemeinden ihren grünen Raum erhalten wollen. Jede Gemeinde muss selbst wissen, wie sie das anstellt. Aber um jungen Leuten eine Chance zu bieten, um dort wohnen zu bleiben, müssen die Kommunen mehr Möglichkeiten erhalten. Sie können z.B. beschließen, auch Grundstücke in Privatbesitz für Menschen zu reservieren, die ein Band mit der Gegend haben. Doch leider kann ich für diesen Vorschlag keine Mehrheit gewinnen…“ 

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