Cannabis-Anbau zu medizinischen Zwecken in Belgien bald zugelassen

Anbau, Ernte und Einsatz von Cannabis zu medizinischen Zwecken könnte in Belgien schon bald zugelassen werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde vom Gesundheitsausschuss der Ersten Kammer im belgischen Bundesparlament mit großer Mehrheit angenommen.

Schon jetzt dürfen Schmerzpatienten Cannabis auf Basis von ärztlichen Rezepten nutzen, doch in der Praxis ist es in Belgien derzeit noch sehr umständlich, um legal an dieses Produkt zu kommen. Generell zählt die „weiche“ Droge Cannabis zu den gesetzlich verbotenen Rauschmitteln. Und bisher ist der Anbau von Cannabispflanzen in Belgien auch noch untersagt.

Doch mit der Zustimmung zu dem vorliegenden Gesetzesvorschlag, den die Abgeordneten der Mehrheit (CD&V, Open VLD und MR) und der Oppositionsparteien (PS, CDH, Ecolo und Groen) im entsprechenden Gesundheitsausschuss angenommen haben (die N-VA enthielt sich der Stimme), kann sich das schon bald ändern.

Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass eine staatliche Behörde oder Agentur die medizinische Nutzung von Cannabis organisiert, inklusive Anbau und Verarbeitung sowie den Vertrieb an die Ärzte, die z.B. Schmerzpatienten dieses Mittel verschreiben, oder an Apotheken und Krankenhäuser. Das bedeutet, dass der belgische Staat quasi ein Monopol zur Cannabiszucht und zum entsprechenden Handel einnimmt.