Initiative einer VRT-Kollegin: Mehr weibliche Straßennamen bitte!

VRT-Fernsehkollegin Sophie Lemaire (Foto) richtete vor einigen Tagen einen bemerkenswerten Aufruf an die Städte und Gemeinden im belgischen Bundesland Flandern. Darin bat sie um mehr Straßennamen mit Frauennamen, denn fast überall wurden und werden auch hierzulande neue Straßen zumeist nach verdienstvollen Männern benannt. Das wollen Sophie Lemaire und ihre Mitstreiter(innen) nicht länger hinnehmen. Ihr Aufruf findet schnell Gehör…

„Im gesamten Lauf der Geschichte haben viele Frauen fantastische Dinge geleistet, erfunden und gemacht. Leider hat jemand vergessen, deren Namen aufzuschreiben, ihre Geschichten zu behalten, um sie vielleicht irgendwann einmal in Geschichtsbuch zu verewigen. Diese Vergesslichkeit zeigt sich auch in unseren Straßennahmen,“ sagt Sophie Lemaire dazu.

Sophie arbeitet für das 2. VRT-Fernsehprogramm Canvas und zog durch insgesamt 8 große flämische Städte, um dort die Straßennamen zu zählen. Dabei fanden sie und ihre Redaktion heraus, dass 85 % aller Straßennahmen, die an Personen erinnern, Männern gewidmet werden und nur 15 % lassen an Frauen denken. Lemaire geht davon aus, dass dieses Missverhältnis im Rest des belgischen Bundeslandes Flandern wohl noch größer ist.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Mit #meervrouwopstraat (#mehrfrauenaufstrassen) will Sophie Lemaire jetzt die Stadtverwaltungen darauf aufmerksam machen, doch bitte bei Straßennamen mehr Frauen zu nennen. Dieser Aufruf ließ bereits 8 große flämische Städte aufhorchen: Brüssel, Antwerpen, Gent, Brügge, Ostende, Löwen, Mechelen und Hasselt. Hier werden jetzt Frauen gesucht, die einen bleibenden Hinweis im Straßenbild verdient haben.

Inzwischen sammeln Sophie Lemaire und ihre (auch redaktionellen) Mitstreiter(innen) entsprechende Meldungen von Frauen, die sich als verdienstvoll erwiesen haben und melden diese an die entsprechenden Stadtverwaltungen. In der zweiten Jahreshälfte wird Canvas eine Reportage oder eine Sendereihe dazu bringen. 

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