BNP Paribas Fortis beschleunigt offenbar Filialschließungen in Belgien

Die Bank BNP Paribas Fortis will offenbar die Schließung von Zweigstellen in Belgien beschleunigen, wie die beiden belgischen Wirtschaftszeitungen De Tijd und L'Echo in ihren Samstagsausgaben melden. Die Blätter berufen sich dabei auf gut informierte Kreise im hiesigen Finanzwesen. BNP Paribas Fortis hatte Anfang der Woche bekanntgegeben, bei Filialschließungen rund 2.500 Arbeitsstellen abbauen zu wollen.

Anfang der Woche sorgte die Ankündigung von BNP Paribas Fortis, einen nicht unerheblichen Teil seines Personals in Belgien abbauen zu wollen, für Schlagzeilen, doch nach Ansicht von De Tijd und L'Echo hatte die Bankengruppe hier nur Testballons hochgehen lassen. Offenbar bemüht sich diese Bank darum, sich rascher zu verschlanken, als bisher angenommen. Ende des vergangenen Jahres betrieb BNP Paribas Fortis in Belgien noch gut 680 Zweigstellen. Im Oktober 2018 hatte die Bank dann angekündigt, im Laufe des Jahres 2019 insgesamt 62 Filialen schließen zu wollen.

BNP Paribas Fortis will sich wohl mit der Schließung von Zweigstellen und mit der Streichung von Arbeitsplätzen gegen die weiter voranschreitende Digitalisierung wappnen, doch die Informanten von De Tijd und L'Echo geben an, dass dies noch nicht alles war. Die Direktion der Bankengruppe verweigert bisher jeden Kommentar und will auf die Meldungen von De Tijd und L'Echo nicht eingehen. Dies wiederum lässt ahnen, dass da noch etwas kommt.

Der belgische Staat hatte während der allgemeinen Banken- und Finanzkrise 2008 für die Rettung der belgisch-niederländischen Fortis-Gruppe gesorgt und die Bank für 9,4 Mia. € aus Steuergeld gekauft und damit quasi verstaatlicht. Einige Zeit später entschied das belgische Finanzministerium, 75 % seiner Anteile an die französische Gruppe BNP Paribas weiterzuverkaufen. Daraus entstand die BNP Paribas Fortis-Gruppe, deren größter Anteilseigner eine Zeit lang der belgische Staat war. Doch 2017 trennte sich der Staat von 25 % dieses Anteils durch Weiterverkäufe und baute damit Schulden ab. 

DIe BNP-App macht Jobs und Zweigstellen überflüssig

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