"Kranke" Fluglotsen: Kaum Flugverkehr über Belgien in der Nacht zum Samstag

Zwischen 23 Uhr am Freitagabend und 6 Uhr am Samstagmorgen lag der Flugverkehr über Belgien quasi still. Grund dafür war ein Problem bei der belgischen Flugsicherung Skeyes (ehemals Belgocontrol). Hier hatten sich derart viele Fluglotsen krank gemeldet, dass ein reibungsloser Ablauf der Flugsicherung nicht gewährleistet werden konnte. 

In der Nacht zum Samstag gewährleistete Skeyes nur wenige Flüge. Eigentlich ist der Nachtflugverkehr am Brussels Airport in Zaventem nicht besonders intensiv, vor allem nicht im Passagierflugbereich, doch durch einen Mangel an Fluglotsen mussten einige Landungen neu organisiert werden.

Die meisten Landungen konnten letztendlich auf einen Zeitraum zwischen 23 Uhr und Mitternacht konzentriert werden. Bei den Starts viel lediglich ein Flug nach Russland aus, denn eine Maschine von Aeroflot konnte nicht mehr zeitig in Richtung Moskau abfliegen.

Derweil wurden einige Fernflüge aus Richtung Afrika verschoben. Sie starteten an ihren Flughäfen in Afrika erst später, damit sie nach 6 Uhr am Samstagmorgen am Brüsseler Nationalflughafen ankommen konnten. Schwerer betroffen war allerdings der Frachtverkehr, der in erster Linie Nachts stattfindet.

Der weitere Betrieb am Brussels Airport und an anderen belgischen Flughäfen ist vorerst nicht weiter betroffen - seit 7 Uhr verläuft der Flugverkehr wieder normal, denn an diesem Samstag stehen ausreichend Fluglotsen zur Verfügung, um den Urlaubsverkehr in diesen Krokus- und Karnevalsferien zu gewährleisten.

Die Flugsicherung Skeyes hatte noch versucht, die krankgeschriebenen Fluglotsen zu ersetzen, was nach Gewerkschaftsangaben nicht gelang. Bei Skeyes herrscht seit geraumer Zeit ein ungelöster Sozialkonflikt, der Regelungen in Sachen Laufbahnunterbrechung, Ernennungen und Festanstellungen sowie das Prämien- und Zuschlagssystem betrifft.

Vor einigen Tagen hieß es noch dazu, dass bis Mitte März nicht gestreikt werde, um weitere Sozialverhandlungen möglich zu machen, doch die massiven Krankmeldungen der Nachtschicht am Freitag lassen keinen Zweifel daran, dass die Fluglotsen den Druck auf ihre Direktion weiter hoch halten.

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