Nur vier von 10 Brüsseler Polizisten sprechen auch Niederländisch

Um die Zweisprachigkeit der Polizisten in der belgischen Hauptstadt Brüssel ist es wieder schlechter bestellt. In der Praxis, so die Sonntagszeitung „De Zondag“, würde die hiesige Sprachengesetzgebung immer wieder verletzt. Das Blatt basiert sich auf Statistiken des belgischen Innenministeriums vom 1. Januar 2019, wonach „nur“ rund 58 % der Brüsseler Polizeibeamten tatsächlich neben Französisch auch Niederländisch sprechen können.

Von den 6.288 in den sechs Brüsseler Polizeizonen im Einsatz befindlichen Polizeibeamten sind 3.648 der niederländischen Sprache laut aktueller Statistik des Bundesinnenministeriums nicht mächtig. Das ist 1 % weniger als Anfang 2018 statistisch erfasst wurde. Das war schon seinerzeit ein „historischer Tiefpunkt“.

Die rechtsradikale Partei Vlaams Belang im Brüsseler Regionalparlament wirft dem ehemaligen belgischen Innenminister Jan Jambon von der nationaldemokratischen N-VA vor, er habe alle Mittel in Händen gehabt, doch nichts geleistet, um dies zu verbessern. Vielmehr würden nur 18 der letztes Jahr insgesamt 140 angeworbenen neuen Polizisten Niederländisch sprechen, so die VB-Regionalabgeordnete Barbara Pas.

Damit trifft Vlaams Belang einen Nerv bei der N-VA, denn in den Legislaturperioden vorher hatten die Nationaldemokraten diesen Umstand ebenfalls fortlaufend kritisiert. Um dies zu ändern müsse die Zweisprachigkeit integraler Teil der Ausbildung von Polizisten für Brüssel sein.

98 % aller Brüsseler Polizisten sprechen Französisch, doch nur 58 % sprachen auch Niederländisch. Frankophone Brüsseler oder Gäste der Stadt und der Region würden fast nie auf sprachliche Probleme stoßen, so Pas, doch „die Flamen sind wieder die Dummen“. 

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