Jonas Roosens

Flanderns Karnevalshochburg Aalst: Schrill, fröhlich und unverschämt

In der flämischen Karnevalshochburg Aalst in der Provinz Ostflandern ging der große Umzug am Sonntag durch die Straßen. Bei recht schönem Wetter und rund 80.000 Zuschauern am Straßenrand zeigte sich einmal mehr, dass auch in Westflandern gut Karneval feiern kann. Auch dieses Jahr wurde wieder die Aktualität veräppelt. Niemand wurde verschont und alle wurden auf die gewohnt frivole Art und Weise auf die Schippe genommen. Am Sonntagabend gab es in Aalst nur einen Zwischenfall, als ein Auto mit zugeklebten Nummernschildern durch die Fußgängerzone fuhr.

Gut 250 Karnevalsgruppen zogen am Sonntag durch die Straßen von Aalst und sorgten dafür, dass auch die 91. Ausgabe des Aalster Karnevals ein schrilles, frivoles und respektloses Ereignis wurde. In diesem Jahr viel auf, dass auch das Thema Klimaschutz und Klimawandel dran glauben musste. Sowohl die zurückgetretene flämische Umweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) wurde verspottet, als auch die Organisatorinnen der Aktion „Schule schwänzen fürs Klima“.

Doch auch der Rückzug der N-VA aus der belgischen Bundesregierung und die Asylpolitik des ehemaligen dafür zuständigen Staatssekretärs Theo Francken (ebenfalls N-VA) waren Ziel des Spotts.

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Es sollte ein verhältnismäßig ruhiger Aalster Karneval werden, der seit einigen Jahren unter strengen Sicherheitsvorkehrungen läuft und bei dem sich zahlreiche Polizeibeamte in Zivil oder Uniform unter die Jecken mischen, doch kurz vor 20 Uhr fuhr ein mit abgeklebten Nummernschildern versehenes Auto mitten durch die Karnevalisten durch. Das Auto wurde gestoppt und der Fahrer festgenommen. Doch Bürgermeister Christoph D’Haese (N-VA) gab kurz darauf Entwarnung. Es habe sich bei dem Fahrer um einen geistig verwirrten Mann gehandelt, der angab, „Aalst eine Lektion erteilen zu wollen“, warum auch immer. Der Mann, der von Polizisten und umstehenden Karnevalisten überwältigt werden konnte, hatte einen Baseballschläger in der Hand und offenbar mehrere Messer im Wagen. Der 50-Jährige soll auch polizeilich bekannt sein. 

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