Belga

Deutscher Künstler Demnig verlegt 30 "Stolpersteine" für Nazi-Opfer in Antwerpen

In Antwerpen werden im Laufe des Tages dreißig "Stolpersteine" zur Erinnerung an Opfer des NS-Regimes während des Zweiten Weltkriegs verlegt. Der Initiator ist der Kölner Künstler Gunter Demnig. Vor über 22 Jahren hat er das erste Täfelchen in Berlin verlegt. 

Demnig wird die pflastersteingroßen Messingtäfelchen, die an Verfolgte, Vertriebene und Ermordete des Nazi-Regimes erinnern, höchstpersönlich auf dem Fußweg verlegen und zwar an dem Ort, an dem die Opfer damals lebten. Jahrelang wurde über die Verlegung der Steine in Antwerpen diskutiert, auch innerhalb der jüdischen Gemeinschaft. Doch letztes Jahr gab die Stadt nach wissenschaftlicher Beratung grünes Licht für das Projekt.

Die Stolpersteine finden auch Unterstützung bei der Association pour la Mémoire de la Shoah (AMS), die überlebende Angehörige der Stadt auf Anfrage begleitet. Die Stolpersteine sind „vergoldete“ quadratische Steine von zehn Zentimetern Breite mit dem Namen des Opfers und einer kurzen Beschreibung seiner Verfolgung im Zweiten Weltkrieg darauf. Ziel ist, an das Leiden des Krieges mit diesen Steinen zu erinnern, so dass man fast buchstäblich darüber stolpert und versucht, im Vorübergehen zu lesen, was dort steht.

In ganz Europa gibt es bereits rund 70.000 Stolpersteine. Antwerpen war eine der letzten Städte, in denen sie noch nicht offiziell zugelassen waren - obwohl einige bereits "heimlich" platziert worden sind -, nicht zuletzt, weil die jüdische Gemeinschaft selbst geteilter Meinung hierüber zu sein schien. Einige jüdische Organisationen fanden die Steine respektlos, weil die Menschen auf ihnen herumlaufen. Im vergangenen Jahr gab der Stadtrat jedoch seine Zustimmung, nachdem er von einem wissenschaftlichen Ausschuss unter der Leitung des UA-Rektors Herman Van Goethem beraten worden war.

Weitere Nachrichten