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Die VRT will "umsichtiger" mit der Musik von Michael Jackson umgehen

Unser Haus, der flämische Rundfunk VRT, will in Zusammenhang mit der TV-Dokumentation „Leaving Neverland“ über den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch von Kindern durch den „King of Pop“, Michael Jackson, in Zukunft etwas „umsichtiger“ mit dessen Musik umgehen, sprich dessen Lieder seltener im Radio spielen. „Wir werden hier keine Zensur anwenden“, verlautete aus Direktionskreisen, doch wenn Musikredakteure seine Lieder programmieren, soll die Kontroverse zu diesem Thema nicht unerwähnt bleiben.

Am kommenden Freitag wird auch das zweite TV-Programm der VRT, Canvas, die Reportage „Leaving Neverland“ zeigen, in der zwei Männer erzählen, dass sie als Kinder von Michael Jackson sexuell missbraucht wurden. Diese Dokumentation sorgt inzwischen international für Wirbel. In diesem Zusammenhang haben sich inzwischen viele Radiosender weltweit dazu entschlossen, die Musik des „King of Pop“ nicht mehr zu spielen, z.B. der britische Sender BBC 2.

Andere Sender, so auch unser Haus, die VRT, wollen nicht so weit gehen, kündigen aber an, mit dessen Songs „umsichtiger“ in der Musikprogrammierung umzugehen. Bei uns soll in diesem Fall der Kontext zu den Vorgängen um die Person Michael Jackson erwähnt werden. Wie lange so vorgegangen werden soll, ist derzeit noch nicht bekannt.

Andere flämische Radiosender, wie z.B. die von der Mediengruppe „Medialaan“ betriebenen Sender Q Music und Joe FM, wollen weiter Songs von Michael Jackson drehen, denn „das musikalische Erbe ist so groß, dass wir keinen Bann gegen ihn aussprechen. Wir werden ‚on air‘ diese Reportage erwähnen, aber nicht jedes Mal den dazugehörigen Kontext geben.“