Flanderns Christdemokraten fordern überall elektronische Zahlungsmöglichkeiten

Die CD&V setzt sich dafür ein, dass im gesamten Einzelhandel in Belgien das Zahlen mit Bankkarten oder Smartphone möglich wird. Dies sei einfach und sicher und bei Einführung eines entsprechende Gesetzes sollten auch jene Geschäftsbetreiber bestraft werden, die ihren Kunden diese Möglichkeit nicht einräumen. Die Einzelhandelsverbände halten nichts von diesem Vorstoß.

Bargeldloses Bezahlen ist das neue Credo der flämischen Christdemokraten. Sie fordern ein Gesetz, dass alle Einzelhandels- und Gastronomieunternehmer in Belgien dazu verpflichtet, bei Androhung von Bußgeldern ihren Kunden ermöglicht, mit Bankkarten oder mit dem Smartphone zu bezahlen.

Doch bei weitem nicht alle Geschäfte oder Lokale verfügen über ein System, das elektronische Bezahlungen ermöglicht. Das hat auch den Hintergrund, dass dies mit Unkosten verbunden ist, die man nicht an die Kunden weiterreichen will. Die belgischen Einzelhandelsverbände bleiben zurückhaltend und sehen den Vorstoß der CD&V als eine nicht so positive Entwicklung an. 

In einem kleinen Zeitungsladen würde die Bezahlung einer Zeitung 2 bis 5 Eurocent kosten, viel zu teuer.

Christine Mattheeuws, Neutrale Gewerkschaft für Selbständige (NSZ)

Christine Mattheeuws von der Neutralen Gewerkschaft für Selbständige (NSZ) äußerte Bedenken gegenüber einer Verpflichtung: „Selbst, wenn die Preise für solche Systeme sinken, bleiben sie für kleine Händler zu teuer. In einem kleinen Zeitungsladen würde die Bezahlung einer Zeitung 2 bis 5 Eurocent kosten, viel zu teuer. Stimulieren ja, verpflichten nein.“

Danny Smagghe vom Wirtschafts- und Einzelhandelsverband Unizo sieht zwar eine Entwicklung, die nicht aufzuhalten ist, aber „wir brauchen breitere Gespräche dazu, wie man den Bezahlungsvorgang effizienter gestalten kann und wir brauchen Absprachen, an die sich jeder halten kann.“ 

Das wichtigste ist, dass die Verbraucher die Wahl zwischen Barzahlung und elektronischer Zahlungsmöglichkeit haben.

Bundeswirtschaftsminister Kris Peeters (CD&V)

Belgiens scheidender geschäftsführender Wirtschaftsminister Kris Peeters von der CD&V reagierte gegenüber VRT NWS am Mittwoch auf die Kritik von Seiten der Verbände: „Das wichtigste ist, dass die Verbraucher die Wahl zwischen Barzahlung und elektronischer Zahlungsmöglichkeit haben.“ Weil es inzwischen auch Bezahl-Apps gibt, will Peeters zunächst eine Studie in Auftrag geben, die Aufklärung über die tatsächlich entstehenden Kosten für die.  Geschäftsleute bietet.