Verhandlung um das Attentat auf das Jüdische Museum in Brüssel abgeschlossen

Am Dienstag ist die Gerichtsverhandlung im Prozess um den Anschlag auf das Jüdische Museum im Mai 2014 in Brüssel nach neun Wochen abgeschlossen worden. Die zwölf Geschworenen und die drei Richter haben sich zur Beratung zurückgezogen. Ein Urteil gegen die zwei Angeklagten wird für Donnerstag erwartet. 

Zwei Angeklagte stehen hier vor Gericht: Mehdi Nemmouche, der mutmaßliche Täter und Nacer Bendrer, der vermutliche Komplize und Lieferant der bei dem Anschlag genutzten Waffen. Das Urteil der Geschworenen wird für Donnerstag erwartet. Die Frage lautet, ob Mehdi Nemmouche wegen des Anschlags auf das Jüdische Museum in Brüssel schuldig gesprochen wird und ob Nacer Bendrer dessen Helfer, bzw. Waffenlieferant war. Insgesamt 56 Schuldfragen müssen geklärt und beurteilt werden.

Am letzten Tag der Verhandlung gab das Gericht den beiden Angeklagten Mehdi Nemmouche und Nacer Bendrer die  Gelegenheit, einige letzte Worte an die Geschworenen zu richten. Der Hauptangeklagte wiederholte dabei, er sei das Opfer eines Komplotts.

Sein Verteidiger hatte zuletzt angeführt, dass das Attentat ein Anschlag des israelischen und des libanesischen Geheimdienstes gewesen sei und dass sein Mandant als Täter missbraucht worden sei. Nemmouche entschuldigte sich bei den Anwesenden für sein Schweigen während der Verhandlungen.

Nacer Bendrer, der in diesem Verfahren als Nemmouches Komplize vor Gericht steht und im Verdacht steht, die Waffen dazu besorgt zu haben, sagte zum wiederholten Male, nicht gewusst zu haben, wozu die Waffen eingesetzt werden sollten. Dieser Prozess zerstöre sein Leben und das seiner Frau, so Bendrer dazu. 

Der 24. Mai 2014

Der 24. Mai 2014 war für das Jüdische Museum in Brüssel ein Schicksalstag. Ein schwer bewaffneter Terrorist drang an diesem Tag in das Museum ein und schoss wild um sich. Dabei tötete er zwei aus Israel gekommene Besucher und eine ehrenamtlich dort tätige Französin. Ein junger Techniker, der ebenfalls im dem Museum arbeitete, erlag Tage später seinen schweren Schussverletzungen.

Ende Mai 2014 konnte der mutmaßliche Täter, der 29 Jahre alte algerische Franzose Mehdi Nemmouche aus der Gegend von Lille, in Marseille gefasst werden. Zollbeamte hatten in seinem Reisegepäck in einem Fernbus Waffen gefunden, die sich später nach ballistischer Untersuchung als die Tatwaffen erwiesen. Frankreich lieferte den Verdächtigen an die belgische Justiz aus.

Dessen Verteidiger wiederholten immer wieder, dass keine eindeutigen Beweise gegen ihren Mandanten vorliegen, die eine Tatbeteiligung belegen würden und es habe sich auch kein Zeuge gefunden, der ihn gesehen habe.

Doch die Verdachtsmomente gegen den 29jährigen, der kurz vor der Tat an der Seite von radikalen Islamisten in Syrien gekämpft hatte, reichen nach Ansicht der Brüsseler Justiz aus, den Mann anzuklagen und vor Gericht zu stellen.

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