20 "Stolpersteine" für Widerstandskämpfer in Gent

In den Straßen der ostflämischen Metropole Gent werden in nächster Zeit 20 „Stolpersteine“ zu finden sein. Die ersten davon wurden jetzt ins Pflaster eingelassen. Die Stadt Gent will auf diesem Wege den Opfern der Nazis während des Zweiten Weltkriegs gedenken. Zunächst geht es dabei um Widerstandskämpfer aus der Stadt, die von den Deutschen umgebracht wurden.

Die ersten dieser „Stolpersteine“, die in Gent angebracht wurden, sind auf dem Gehweg der Meersstraat zu finden. Dort hatten sechs Widerständler seinerzeit versteckte Operationen gegen die deutsche Besatzungsmacht durchgeführt.

Bei dem Gebäude in der Meersstraat, vor dem die „Stolpersteine“ angebracht wurden, handelt es sich um den damaligen Sitz einer Werkstatt für optische Geräte, die auch Aufträge für das Deutsche Reich, genauer für die deutsche Luftwaffe übernehmen musste.

Sechs der damaligen Mitarbeiter hatten diese Aufträge oder die Lieferungen aus diesem Werk sabotiert oder verzögert. Nachdem sie entdeckt wurden, verurteilte sie ein Militärgericht zum Tode. Insgesamt soll 20 Widerständlern aus Gent mit „Stolpersteinen“ gedacht werden.

Die „Stolpersteine“ sind eine Erfindung des deutschen Künstlers Gunter Demning. Sie sind vor Häusern, Gebäuden oder Wohnungen zu finden, in denen Naziopfer vor ihrer Deportation in die NS-Vernichtungslager gelebt hatten oder in denen Widerständler wohnten oder arbeiteten, die von den Nazis zum Tode verurteilt wurden.

In den vergangenen Tagen wurden auch mehrere neue „Stolpersteine“ in Antwerpen angebracht. Dabei wird jüdischen Bürgern der Hafenmetropole gedacht, die dem Holocaust zum Opfer fielen.

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