Guy Verhofstadt rät zu schnellem Brexit: "Europa ist sonst in Gefahr!"

Belgiens Ex-Premier Guy Verhofstadt (Foto), der Vorsitzende der europäischen Liberalen (Alde) und Brexit-Koordinator im Europaparlament, nennt ein Verschieben des Austritts der Briten aus der EU „das schlechteste denkbare Szenario“ und dies nicht zuletzt auch für die Union selbst. Europa müsse endlich von dieser ewigen Diskussion befreit werden, so der flämische Liberale und prominente Befürworter der EU.

Ohne ein Abkommen mit den Briten zum Brexit bleibe die Europäische Union in dieser Diskussion gefangen und könne sich ihren eigenen Probleme nicht mehr widmen, so Verhofstadt in einem Gespräch mit der flämischen Tageszeitung De Morgen und anderen europäischen Blättern: „Das müssen wir auf jeden Fall vermeiden.“

Guy Verhofstadt hofft, dass es doch noch kurzfristig zu einem Deal zwischen Großbritannien und der EU kommen wird, doch „das größte Hindernis dafür ist das britische politische System. Opposition und Mehrheit nutzen den Brexit, um sich gegenseitig zu beschießen. So kommt man nur schwerlich zu einem Ergebnis.“

Er ist vehement dagegen, dass der Brexit noch verschoben wird, womöglich noch um ein paar Jahre: „Dann bleibt die Union mental in dieser Diskussion festhängen und kann die eigenen Probleme, wie Einwanderung und die Reform der Eurozone nicht angehen. Das müssen wir absolut vermeiden.“ 

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