Kostenlose Jod-Tabletten? Die meisten Belgier verzichten darauf

Der belgische Staat stellte den Bürgern seines Landes vor einiger Zeit Jod-Tabletten kostenlos zur Verfügung. Diese Tabletten sollen im Falle einer Nuklearkatastrophe eingenommen werden. Diese Jod-Tabletten sind in den Apotheken vorrätig und können dort gratis abgeholt werden. Doch nur ein kleiner Teil der belgischen Bevölkerung profitiert davon, so das Bundesgesundheitsministerium.

4,6 Millionen Packungen mit Jod-Tabletten stellte das belgische Gesundheitsamt den Bürgern unseres Landes vor fast genau kostenlos zur Verfügung. Diese Tabletten sollen bei nuklearen Katastrophen eingenommen werden und sind in den Apotheken stets vorrätig. Doch bisher sind nur etwa 650.000 dieser Jod-Packungen abgeholt worden und die Abnehmer waren in erster Linie Schulen und Kindergärten. Genau 430.982 Packungen sind an das Schulwesen gegangen und nur 215.337 Dosen wurden von Privatpersonen abgeholt. Diese Packungen enthalten jeweils 10 Tabletten, die 10 Jahre lang haltbar bleiben.

Jod-Tabletten beschützen die Schilddrüsen gegen die Aufnahme von Radioaktivität und sind besonders für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und schwangere Frauen wichtig. Die Frage, ob die belgische Regierung diese Jod-Tabletten nicht besser den Bürgern nach Hause geschickt hätte, steht seit einiger Zeit im Raum.

Die Regelung im Falle eines Unfalls mit freigesetzter Radioaktivität in Belgien sieht vor, dass Jod-Tabletten in einem Radius von 100 km rund um eine nukleare Einrichtung, wie z.B. Kernkraftwerke, zur Verfügung stehen müssen. Praktisch ist damit das gesamte Grundgebiet Belgiens gedeckt (und im Falle eines Falles auch betroffen - siehe Karte unten - derblau Kreise ist ein entsprechender Radius um grenznahe französische Kernkraftwerke). Nur eine belgische Gemeinde wäre nicht davon betroffen, nämlich die Kleinstadt Antoing an der französischen Grenze in der Provinz Hennegau.

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