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Den Belgiern bleibt nur wenig bis gar nichts zum Sparen übrig

Gut einer von zwei Belgiern hat gelegentlich Schwierigkeiten, seine Rechnung zu bezahlen. Das sagt die Verbraucherorganisation Test-Aankoop (dt.: Stiftung Warentest) nach einer Umfrage unter mehr als 3.000 Belgiern. 

Dies betrifft die Ausgaben für Wohnen, Essen, Gesundheit und Freizeit. Daneben, heißt es weiter, bliebe häufig wenig oder gar kein Geld mehr übrig, um zu sparen, betont der Sprecher von Test-Aankoop, Simon November. „Wenn wir ganz Belgien betrachten, so gibt 68 Prozent der von uns befragten Familien an, dass sie Schwierigkeiten haben, neben den monatlichen Kosten Geld zurückzulegen. Die Situation in Wallonien und Brüssel ist bedeutend schlechter als in Flandern. In Flandern sind es 62 Prozent der Befragten, die angeben, dass  ihnen das Sparen schwer falle. In Brüssel sind es 70 Prozent und in Wallonien 77 Prozent“, so November im VRT-Radio an diesem Montagmorgen.

Man könne es drehen, wie man wolle: Diese Zahlen zeigten, dass die Kaufkraft unter Druck stehe. Für Simon November, liegt die Lösung in der Verlagerung eines Teils der Belastung des Faktors Arbeit auf den Konsum, die Umwelt und das Vermögen. Laut November bedürfe es einer Steuerreform, um den Menschen mehr Spielraum für nachhaltige Entscheidungen zu geben. "Internationale Institutionen wie der IWF fordern Belgien seit Jahren auf, einen Teil der Arbeitsbelastung auf den Konsum, die Umwelt und das Vermögen zu verlagern. Wer mehr übrig hat, hat mehr Geld für gesunde Ernährung, ein sparsameres Auto oder eine Isolierung des Hauses", wird November in der Zeitung De Morgen zitiert.

Die Zahlen zu den Ausgaben und der Möglichkeit, zu sparen, stammen vom jüngsten Verbraucherbarometer von Test-Aankoop. Ende letzten Jahres wurden 3.370 Menschen im Alter von 25 bis 79 Jahren gefragt, wie gut sie ihre Ausgaben im Jahr 2018 bewältigen konnten und wie schwierig sie dies für 2019 einschätzten. Das Panel ist repräsentativ, gewichtet nach Alter, Geschlecht, Bildung und Wohnort. Neben 37 verschiedenen Kostenposten innerhalb von sechs Hauptbereichen wie Gesundheit oder Ernährung wurde auch die Frage nach der (Un-)Fähigkeit, zu sparen gestellt.

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