Belgien sucht noch mindestens 200 Zöllner für die Zeit nach dem Brexit

Das belgische Finanzministerium ist weiter darum bemüht, zusätzliche Mitarbeiter für das Zollwesen zu finden, die in der Zeit nach dem Brexit dringend gebraucht werden. Schon mehrere Jobtage und andere Veranstaltungen sollten dabei helfen, mindestens 386 zusätzliche Zöllner einstellen zu können. Dabei konnte aber bisher lediglich etwa die Hälfte der benötigten Bewerber rekrutiert werden.

Der belgische Zoll braucht für die Zeit nach dem Brexit viele zusätzliche Mitarbeiter, denn Großbritannien wird höchstwahrscheinlich die Zollunion mit der Europäischen Union verlassen. Das bedeutet, dass Güter und Waren, die danach zwischen der EU und den britischen Inseln hin- und hertransportiert werden, kontrolliert werden müssen. Dies wird in jedem Fall so sein, ob harter oder weicher Brexit.

Am dringendsten werden zusätzliche Mitarbeiter beim Zoll im Hafen von Zeebrügge benötigt. Über diesen Hafen werden zwischen 45 und 50 % aller Import- oder Exportaktivitäten in Verbindung mit Großbritannien abgewickelt. Das geschieht bei Importen oder Exporten mit jedem Land, dass kein EU-Mitglied ist, doch gerade hier verlassen oder erreichen viele Lieferungen, die den Handel zwischen Belgien und den Briten direkt betreffen.

Auch Unterstützung für betroffene belgische Unternehmen

Das Bundesfinanzministerium ist derzeit nicht nur damit beschäftigt, zusätzliche Zollmitarbeiter anzuwerben und auszubilden. Inzwischen wird auch verstärkt an der Information von belgischen Unternehmen gearbeitet, die spezifisch wirtschaftlich mit Großbritannien zu tun haben. Der Zoll und das Finanzministerium organisieren z.B. Infoabende für hiesige Unternehmen, um sie in ihren Geschäften mit britischen Kunden oder Partnern auf die Zeit nach dem Brexit zu informieren.

Zeebrügge

Im Hafen von Zeebrügge (Foto oben) wurde zu diesem Zweck ein Infozentrum eingerichtet und es ist seit geraumer Zeit auch ein Callcenter der Zoll- und Finanzbehörden aktiv. Inzwischen sollen darüber bisher rund 40 % der betroffenen belgischen Firmen erreicht wurden sein.

Zoll und Finanzbehörden kündigen auch an, dass sie im Zuge des Brexits Vorfälle nicht bestrafen werde, bei denen es in der Abwicklung von Geschäften zu Fehlern kommt. Man ist sich dessen bewusst, dass der Brexit für niemanden ein einfaches Unterfangen sein wird. Ein hartes Vorgehen bei durch Unwissenheit entstehenden Fehlern z.B. steuerlicher Art oder im Bereich Zolldeklaration sei nicht an der Tagesordnung, hieß es dazu. Zumindest vorläufig und in einer ersten Zeit, in der eine gewisse Routine aufgebaut werden muss… 

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