Foto: Andreas Kockartz

Der "Eiserne Rhein", ein Dauerthema in Flandern und Nordrhein-Westfalen

Der „Eiserne Rhein“, die historische Güterbahnverbindung zwischen dem Hafen von Antwerpen und dem Ruhrgebiet, bleibt weiter ein Gesprächsthema zwischen den beiden Bundesländern Flandern und NRW. Im Zuge der Flämischen Woche in Nordrhein-Westfalen wird eine Reaktivierung dieser Bahnlinie mit Sicherheit wieder besprochen. Interessant daran ist, dass hier die deutsche Bundesregierung die Federführung übernommen hat.

In Flandern wird seit Jahren auf eine Reaktivierung des „Eisernen Rheins“ als Alternative für Güterzüge zwischen dem Antwerpener Hafen und dem Ruhrgebiet gedrängt, bisher jedoch nur mit mäßigem Erfolg. Im Laufe der Jahre hat sich NRW diesem Wunsch angeschlossen, doch die Niederlande legen sich quer, denn ein Teil des Schienenstrangs verläuft durch die dortige Provinz Südlimburg. Und die Niederlande verteidigen natürlich ihre Bahnverbindungen nach Deutschland mit den Häfen von Rotterdam und Amsterdam. 

Jetzt meldet aber die niederländische Eisenbahnfachzeitschrift „Rail Magazine“ in ihrer Märznummer, dass die deutsche Bundesregierung eine federführende Rolle in diesem Dossier übernommen hat. In erster Linie soll dies natürlich dem Güterzugverkehr zwischen den flämischen Seehäfen und dem Ruhrgebiet zugutekommen, doch laut „Rail Magazine“ meldet auch die niederländische Personenbahngesellschaft „Arriva“ hier Interessen an. Nicht zuletzt ist diese Bahngesellschaft eine Tochter der Deutschen Bahn AG…

In Sachen „Eiserner Rhein“ haben alle fünf beteiligten Regionen und Bundesländer ihre jeweiligen staatlichen Regierungen (Belgien, Deutschland und die Niederlande) darum gebeten, dieses Vorhaben zu unterstützen. Diese sind darauf eingegangen und die deutsche Bundesregierung in Berlin wird einen Vorschlag zu einer Trassierung, die sogenannte 3RX-Trasse, weiter ausarbeiten. 

Dieses Projekt, die „Rhein-Ruhr-Rail-Connection“, folgt ab Antwerpen über Hamont in Flandern sowie Weert und Roermond in den Niederlanden der historischen Trasse des „Eisernen Rheins“, um dann nach Venlo abzubiegen. Von dort aus ist dann Deutschland zu erreichen.

Diese Trasse bietet allen Beteiligten die derzeit besten Voraussetzungen und ist deutlich billiger, als eine Reaktivierung alter Gleise und der Führung weiter über Vlodorp in Niederländisch-Limburg und Dalheim in NRW. Viele deutsche Bürgerinitiativen hatten sich dem Projekt übrigens wiedersetzt, u.a. Mönchengladbach. Doch die Reaktivierung der alten Trasse ist vom Tisch. Jetzt soll die Strecke weitgehend neugebaut Autobahnen folgen. 

Weitere Nachrichten