Doel 1 wieder hochgefahren - Sechs von sieben belgischen Reaktoren aktiv

Am Montagabend ist der Kernreaktor Doel 1 im gleichnamigen Atomkraftwerk bei Antwerpen (Foto) nach rund 10 Monaten Reparatur wieder hochgefahren worden. Kraftwerksbetreiber Engie Electrabel meldet dazu, dass es sich dabei zunächst um eine Testphase handelt. Inzwischen wird in Brüssel international über „nukleare Sicherheit“ konferiert. 

In den nächsten Tage soll der Meiler Doel 1 wieder ans Netz gehen, doch vorerst wird die Anlage nach rund 10 Monaten Ausfall wegen dringenden Unterhalts- und Reparaturarbeiten noch getestet, teilte Kraftwerksbetreiber Engie Electrabel mit. Der Meiler war im April 2018 nach einem Leck im Kühlwassersystem heruntergefahren worden und musste umfassenden Arbeiten im nicht-nuklearen Teil der Anlage unterzogen werden. Im vergangenen Monat hatte die belgische Bundesagentur für Nuklearkontrolle (FANC) der Wiederinbetriebnahme von Doel 1 ihre Zustimmung gegeben.

Damit sind jetzt wieder sechs Meiler in Belgien am Netz. Im Herbst und in den ersten Wintermonaten waren zeitweise lediglich zwei Kernreaktoren noch am Netz für die Stromversorgung. Alle anderen waren wegen dringenden oder routinemäßigen Unterhalts- und Reparaturarbeiten abgeschaltet. Zu Versorgungsengpässen war es aber trotz aller Befürchtungen nicht gekommen, wohl auch, weil der vergangene Winter nicht so streng war. Derzeit ist nur  noch der Meiler Tihange 2 abgeschaltet. Belgien will den Atomausstieg bis 2025 umsetzen und hat dazu ein entsprechendes Gesetz erlassen. 

Nukleare Sicherheit

In diesen Tagen treffen sich rund 200 internationale Experten in der belgischen Hauptstadt Brüssel, um über nukleare Sicherheit zu sprechen. Dabei geht es in erster Linie um die interne nukleare Sicherheit, sprich um Sabotage. Es ist wohl kein Zufall, dass diese Konferenz in Belgien stattfindet. Im August 2014 wurde eine Turbine des Reaktors Doel 4 schwer beschädigt, weil ein nach wie vor Unbekannter die Ölzufuhr zur Schmierung der Anlage abgedreht hatte. Hier wird immer noch von einem Sabotageakt ausgegangen.

Inzwischen fand in den belgischen Atomkraftwerken ein weiterer Stresstest statt, bei dem die bisherigen Testergebnisse in Sachen Reaktorsicherheit bei Naturereignissen angepasst wurde. Dabei stellte die belgische Bundesagentur für Nuklearkontrolle (FANC) fest, dass die Kernkraftwerke Doel bei Antwerpen und Tihange bei Lüttich mit ihren insgesamt sieben Meilern bei natürlichen Ereignissen, wie Erdbeben oder Hochwasser, sicher sind. 

Weitere Nachrichten