Diskussion in Flandern: Klimamärsche werden zur außerschulischen Aktivität

Am Freitag finden weltweit wieder von Schülern und Studierenden organisierte Klimamärsche statt und auch im belgischen Bundesland Flandern nehmen viele jugendliche Klimaaktivisten daran teil, nicht zuletzt, in dem sie die Schule schwänzen. Jetzt haben sich in Flandern ganze Schulen dazu entschlossen, an Klimamärschen teilzunehmen und sehen dies als außerschulische Aktivität an. Doch wie steht es dann um die Verpflichtung für die Schüler? Schulträger und Landesregierung erklären.

In rund 100 Ländern und dort in mehr als 1.300 Städten finden am Freitag Klimamärsche statt, bei denen die Schule schwänzende Jugendliche und Studenten dagegen protestieren, dass die Politik in dieser dringenden Frage zu wenig unternimmt. Inzwischen reagieren einige Schulen darauf und versuchen Auswege aus der Situation des Schwänzens zu finden. Einige Schulen in Flandern nehmen jetzt an solchen Märschen teil und argumentieren damit, dass dies als außerschulische Aktivität auch einen (meinungs)bildenden Charakter haben kann.

Der Schulträger des Flämischen Gemeinschafts-Unterrichtswesens (GO!), sprich die Landesschulen, begrüßen die Möglichkeiten, die sich hier bieten und lassen ihren angeschlossenen Instituten die Wahl, daran teilzunehmen oder nicht und der Katholische Unterricht Flandern, die freien konfessionellen Schulen schließen sich dem an.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Hilde Crevits/VRT

Auch andere Schulträger halten es so und sie finden tatsächlich alle die Zustimmung von Flanderns Landesbildungsministerin Hilde Crevits (CD&V - Foto oben). Die flämische Christdemokratin teilte dazu mit, dass die Teilnahme einer Schule an einer Demonstration als außerschulische Aktivität zugelassen ist, doch es darf nicht zu einer „politischen Demonstration“ werden, sprich eine Veranstaltung mit parteipolitischem Hintergrund.  

Fragen stellen sich allerdings Eltern, die nichts davon halten, dass ihre schulpflichtigen Kinder an solchen Aktivitäten teilnehmen, denn nicht selten lautet die Kritik an den Klimamärschen, dass diese parteipolitisch gesteuert und instrumentalisiert seien. Die Schulträger verteidigen sich, in dem sie daran erinnern, dass auch solche Aktivitäten einen pädagogischen Rahmen haben und somit sowohl schulischen Zwecken entsprechen, als auch dem Lehrplan. Dies beinhalte auch die Verpflichtung, daran teilzunehmen. 

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