Flandern unterstützt weiter palästinensische Flüchtlinge im Mittleren Osten

Die flämische Landesregierung macht fast eine halbe Million Euro für die Unterstützung von palästinensischen Flüchtlingen in Mittleren Osten in den kommenden drei Jahren frei. Dies teilte Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA) am Mittwoch im Rahmen der Unterzeichnung eines neuen Partnerschaftsabkommens mit der UNRWA, der UN-Flüchtlingsorganisation für Palästinenser im Nahen und Mittleren Osten mit (Foto). 

„Wir haben uns im vergangenen Jahr in einer echten Krise befunden, nachdem die USA beschlossen hat, die Finanzierung der UNRWA zu beenden“, sagte Pierre Krähenbühl, der Generalkommissar der UN-Flüchtlingsorganisation für Palästinenser im Mittleren Osten am Mittwoch in Brüssel. „Und doch sahen wir, dass 40 Länder und internationale Einrichtungen ihre Beiträge erhöhten, damit unsere Organisation weiter bestehen kann. Darüber sind wir ihnen sehr dankbar. Das ist eine wichtige Botschaft an die palästinensischen Flüchtlinge hier, nämlich, dass sie nicht vergessen werden.“

Extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit

In Gaza leben 2 Millionen Menschen, von denen die Hälfte Flüchtlinge sind. Vor allem die Jugendlichen sind Opfer des israelisch-palästinensischen Konflikts, so Krähenbühl: „Fast 65 % der jungen Leute sind arbeitslos, ein tragischer Weltrekord. Ich verstehe, dass sich einige Menschen auf die Suche nach einem Leben irgendwo anders begeben. Nur so können sie die Zukunft ihrer Kinder sichern. Der Mangel an Möglichkeiten für die Bevölkerung dort ist der Hauptgrund für den Wegzug aus Gaza. Wir können als UN-Flüchtlingsorganisation die politischen Verhandlungen nicht beeinflussen, doch in dem wir Bildung anbieten, können wir Kindern auf individueller Ebene helfen.“

Unabhängig von aktuellen Ereignissen

Nach Ansicht von Landeschef Geert Bourgeois gibt es zwischen der Ankündigung, einen neuen Beitrag für die Arbeit von UNRWA zu leisten, und der steigenden Zahl von palästinensischen Flüchtlingen in Belgien, keinen Zusammenhang: „Unsere Partnerschaft mit der UNRWA ist eine nachhaltige Partnerschaft. Sie wird nicht von bestimmten aktuellen Einflüssen bestimmt.“ Bourgeois bleibt übrigens weiter ein Fürsprecher für eine Zweistaatenlösung: „Ich bin in Palästina gewesen. Dort habe ich junge führende Kräfte getroffen, die in Europa studiert haben und die das Existenzrecht Israels anerkennen. Diese jungen Leute, die dank UNRWA studieren konnten, haben Sehnsucht nach Frieden und sie haben, genau wie wir, das Recht auf eine menschliche Entwicklung. Nebenbei deutete MP Bourgeois auch an, dass Flandern zusätzlich 100.000 € für die Hilfe für palästinensische Flüchtlinge aus Syrien zur Verfügung stellt. 

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