Schulen bei Klimademos? Flanderns Bildungsministerin will Klarheit schaffen

Am Donnerstag wurde bekannt, dass flämische Schulen an den Klimaprotesten von Schulkindern und Studierenden teilnehmen können und dass dies eine außerschulische Aktivität ist, die Anwesenheit verlangt. Die Schulträger im belgischen Bundesland Flandern begrüßten dies, doch dies sorgte auf politischer Seite für Proteste.

Bart De Wever, Bürgermeister von Antwerpen und Vorsitzender der flämischen Nationaldemokraten N-VA, wirft den Schulen, die an Klimamärschen teilnehmen vor, sie würden sich an politischen Aktivitäten beteiligen. 

Bildungsministerin Hilde Crevits von den flämischen Christdemokraten CD&V hatte dazu im Vorfeld klar gesagt, dass eine solche Teilnahme immer im Rahmen eines schulischen, sprich pädagogischen Projekts stattfinden müsse.

De Wever sagte dazu gegenüber dem Antwerpener Regionalsender ATV: „Die Forderungen, die man dabei stellt, sind politische Forderungen.“ Schulkinder, die sich an solchen Veranstaltungen nicht beteiligen würden, seien quasi zum Schule schwänzen gezwungen: „Hier steht die Welt Kopf.“ 

„Die Forderungen, die man dabei stellt, sind politische Forderungen.“

Bart De Wever (N-VA)

An diesem Freitag finden in Belgien schon zum 10. Mal Schülerproteste zum Klimaschutz statt. Begonnen hatte dies mit „Schule schwänzen für das Klima“… Die Schulen suchen händeringend nach Lösungen, denn wöchentlich schwänzen tausende Schulkinder den Unterricht, um an den Protesten teilzunehmen. 

„Ich möchte aber wirklich, dass wenn eine Schule mit dem Thema Klima arbeitet, dass man das nicht als eine politische Aktivität ansehen kann.“

Hilde Crevits (CD&V)

Bildungsministerin Crevits will das Vorhaben jetzt weiter absichern. Gegenüber VRT NWS sagte sie, dass sie die „Kommission für sorgfältige Politik“ darüber urteilen lassen will, ob die Teilnahme an einem Klimamarsch eine unpolitische außerschulische Aktivität sein kann: „Ich werde deren Ansicht dann nutzen, um - wenn nötig - das Regelwerk anzupassen. Ich möchte aber wirklich, dass wenn eine Schule mit dem Thema Klima arbeitet, dass man das nicht als eine politische Aktivität ansehen kann.“

Crevits hofft auf eine klare Antwort, doch wann diese vorliegt, ist nicht klar. Die donnerstags oder freitags stattfindenden Schülerproteste werden aber wohl weitergehen, denn sie werden immer internationaler. 

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