Ein weiterer Syrienkämpfer aus Belgien im Irak zum Tode verurteilt

Ein Richter in der irakischen Hauptstadt Bagdad hat den aus Antwerpen stammenden Syrienkämpfer Bilal Al Marchohi (Foto) am Montagmorgen zum Tode durch den Strang verurteilt. Meldungen dazu von Seiten britischer Medien wurden vom belgischen Außenministerium in Brüssel gegenüber VRT NWS bestätigt.

Bilal Al Marchohi hatte Antwerpen 2013 in Richtung Syrien verlassen, um sich zuerst der Jabhat al-Nusra anzuschließen, die lokale Filiale von al-Qaida. Später lief er zur islamistischen Terrororganisation IS über. Mitte des vergangenen Jahres hatte sich Al Marchohi amerikanischen Truppen ergeben, als diese sie syrische Stadt Raqqa wiedererobert hatten. Doch die dortigen US-Truppen lieferten ihn an das Nachbarland Irak aus, wo er montagfrüh zum Tode verurteilt wurde.

Bilal Al Marchohi ist bereits der zweite aus Belgien stammende IS-Kämpfer, der im Irak zum Tode verurteilt wurde. Vor einiger Zeit wurden gegen den aus Verviers bei Lüttich stammenden Tarik Jadaoun ebenfalls die Todesstrafe verhängt.

Ihn konnten Ermittler aus Belgien im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens im Irak besuchen und verhören. Das belgische Außenministerium erinnerte in einer Pressemitteilung daran, dass unser Land gegen die Todesstrafe im Allgemeinen und gegen belgische Staatsbürger im Besonderen ist.

Jadoun und Al Marchohi sind die einzigen Belgier, die im Irak inhaftiert sind. Vier bis sechs weitere IS-Kämpfer aus Belgien sollen in Zellen in Syrien sitzen. Von ihnen sind nur Hamsa Nmili und Caner Cankurtaran namentlich bekannt. Beide kommen aus Vilvoorde in Flämisch-Brabant bei Brüssel. Daneben befinden sich 17 belgische Frauen und insgesamt 32 Kinder von hiesigen IS-Kämpfern in syrischen Lagern auf kurdischem Gebiet.

Offiziellen Zahlen zufolge haben sich insgesamt 422 Belgier radikalen Islamisten im Irak oder in Syrien angeschlossen oder dies zumindest versucht, zu tun. 142 von ihnen sind mit Sicherheit dort ums Leben gekommen und 130 kehrten nach Belgien zurück. Davon kam ein rund Dutzend später u.a. bei den Terroranschlägen auf Paris und Brüssel ums Leben. Etwa 150 weitere Landsleute sollen sich noch irgendwo im Nahen oder Mittleren Osten aufhalten. 

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