"Negative Strompreise": Elektrizität kurzzeitig für Großverbraucher kostenlos

In der vergangenen Woche zog Sturm um Sturm auch über Belgien hinweg und diese Wetterumstände haben für ein eher seltenes Phänomen gesorgt. Durch das hohe Maß an Elektrizität, die durch Windräder entstanden war, gab es am Markt kurzzeitig sogar „negative Strompreise“. Das bedeutet, dass Großabnehmer, z.B. aus der Industrie, ihre Stromabnahme bezahlt bekamen…

Doch nicht nur die Windenergie warf enorme Mengen an Strom ab, sondern auch die Tatsache, dass seit dem Hochfahren des Atommeilers Doel 1 wieder sechs der insgesamt sieben Meiler in Belgien am Netz sind und produzieren. Dadurch besteht in diesen Tagen in Belgien (und wohl nicht nur hier) ein Überangebot an Elektrizität.

Noch im Herbst 2018 lagen die Strompreise in Belgien auf einem sehr hohen Niveau an den Energiemärkten - an manchen Tagen mussten bis zu  500 € für eine Megzwattstunde Strom gezahlt werden, denn zeitweise war hier nur ein einziger Atommeiler am Netz, bzw. aktiv. Alle anderen Kernreaktoren waren gleichzeitig entweder aufgrund von Schäden und Pannen oder wegen routinemäßiger Kontrollen abgeschaltet.

Angebot und Nachfrage…

Der Markt hat seine Gesetze, die auf Angebot und Nachfrage setzen, doch in den vergangenen Tagen war die Nachfrage nach Elektrizität in Belgien eher gering, während das Angebot durch die Windenergie und durch Kernkraftwerke, die auf vollen Touren drehten, eine seltene Höhe erreichte.

Derzeit kostet eine Megawattstunde Strom hierzulande nur 13 €. Zwischenzeitlich kann es sogar zu „negativen Strompreisen“ von bis zu -5 € kommen. Das bedeutet, dass Großabnehmer aus der Industrie, z.B. die Chemieindustrie, Geld für die Abnahme von Elektrizität bekamen.  

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