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Stahl- und Chemieunternehmen wollen Treibhausgase wiederverwenden

Der Stahlriese ArcelorMittal (Foto) und das Chemieunternehmen Dow Benelux in Gent wollen gemeinsam mit einigen kleineren Betrieben versuchen, die Treibhausgase CO und CO² aus der Produktion wiederzuverwerten. Diese Schadstoffe werden schon jetzt aufgefangen, gelangen aber über Heizkraftwerke mit Müllverbrennungsanlagen doch teilweise in die Atmosphäre. Ein Testprojekt soll dem jetzt abhelfen.

Stahlwerke, wie das von ArcelorMittal in Zelzate im Genter Hafen, sind mit ihren energieintensiven Hochöfen in hohem Maße am Ausstoß von Schadstoffen beteiligt. Gerade Treibhausgase, wie das Kohlenstoffmonoxyd CO und das Kohlenstoffdioxyd CO², werden hier in die Atmosphäre abgelassen, zumindest teilweise. Großunternehmen wie ArcelorMittal gehören zu den Gruppen, die am sogenannten Emissionshandel beteiligt sind der „saubere“ Luft belohnt und „schädliche“ Luft bestraft.

Darum filtert der internationale Stahlriese Treibhausgase aus seinen Rauchgasen heraus und lässt sie in einem Abfallkraftwerk bei der Produktion von Elektrizität verbrennen. Auf diese Weise wird zwar auch CO² freigesetzt, aber deutlich weniger als ohne Filter. Doch dem Stahlriesen reicht das nicht mehr. ArcelorMittal will einen Schritt weitergehen.

Bis 2050 will das Stahlunternehmen den Ausstoß von CO und CO² auf Null bringen. Dazu sollen diese beiden Treibhausgase voneinander getrennt werden, was Ingenieure derzeit in einem Testprojekt versuchen. Dazu bündelt ArcelorMittal seine Kräfte mit anderen Unternehmen, die vor dem gleichen Problem stehen, wie z.B. dem ebenfalls im Genter Hafen ansässigen Chemieunternehmen Dow Benelux und kleineren aber schadstoffausstoßenden Unternehmen und Fabriken.   

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Carbon2value/Foto: ArcelorMittal

Carbon2value

Wim Van der Stricht, Ingenieur bei ArcelotMittal, erklärt, dass man die beiden oben genannten Treibhausgase am besten trennt, um die danach besser wiederverwenden zu können: „Wenn man CO und CO² getrennt auffängt, dann kann man sie besser recyceln. Kohlenstoffmonoxyde ist etwas, was wir instabile aber vielseitige Rohstoffe nennen. Man kann viel damit machen, z.B. Biokraftstoffe, wie Ethanol, Methanol oder Kunststoffe wie Plastik. Darum ist es wichtig, dass wir CO und CO² getrennt auffangen.“

CO² kann mit geringem Energieaufwand, am besten mit Energie aus erneuerbaren Quellen, zu CO umgewandelt werden, bzw. mit dem Restprodukt Wasserstoff vermischt zu Ethanol werden, so Van der Stricht, doch noch führt auch dies zu Schadstoffausstoß: „Leider, doch bei der Herstellung von Ethanos sind wir zu 80 % effizienter, als wenn CO oder CO² einfach nur verbrannt werden. (…) Die Energie, die wir mit Ethanol oder Methanol herstellen, ist also viel besser für Klima und Umwelt.“  

In einer ersten Testphase wird ein Jahr lang die Trennung von CO und CO² geprüft, was mit der „Carbon2value“-Anlage (Foto oben) geschieht. Gelingt dies, wann beginnen weitere Phasen, in denen mit Projekten die Wiederverwendung der beiden Treibhausgase geprüft wird, woran auch die Universität von Lille in Nordfrankreich und andere wissenschaftliche Institute beteiligt sein werden. Damit hoffen die Initiatoren, ein „zirkuläres Unternehmen“ zu werden, das so wenig wie möglich Abfall bzw. Schadstoffe produziert. 

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