Jasper Jacobs

Sozialistische Gewerkschaft: Basis sagt Nein zum Tarifabkommen

Die Allgemeine Zentrale der sozialistischen Gewerkschaft ABVV nennt das kürzlich zustande gekommene Interprofessionelle Tarifabkommen (IPA) für die Beschäftigten in der belgischen Privatwirtschaft „beleidigend“. 78 % der regionalen ABVV-Verbände lehnten das Abkommen denn auch ab. 10 Eurocent Lohnerhöhung pro Stunde seien nicht akzeptabel, so die Begründung.

Ende Februar einigten sich Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Vertreter der belgischen Bundesregierung auf ein Vorabkommen zum IPA für die Jahre 2019 und 2020 (siehe nebenstehenden Beitrag). Dieses Abkommen sieht u.a. vor, die Mindestlöhne um 10 Eurocent pro Stunde anzuheben, doch nach Ansicht der ABVV-Regionalverbände reicht dieses Resultat nicht aus und bietet keine Antwort auf die Sorgen der Arbeitnehmer: „Dies ist ein echter Schlag für diejenigen, die schon jetzt nicht mehr rundkommen. Ein Almosen wird nichts lösen.“

Bei der ABVV heißt es zur Begründung der Ablehnung des Tarifabkommens: „Für unsere Zentrale ist Solidarität immer essentiell gewesen. Wir vertreten die starken, aber auch die sogenannten „schwachen“ Sektoren, in denen es kaum eine Möglichkeit gibt, für die Arbeitnehmer Fortschritte zu verbuchen, es sei denn über ein gutes Tarifabkommen. Wir müssen aber feststellen, dass dieses IPA sein Ziel wirklich nicht erreicht hat.“ 

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