Gaskraftwerk Vilvoorde

Breite Mehrheit für den Fördermechanismus für Gaskraftwerke

Die geschäftsführende belgische Bundesregierung hat mit der Unterstützung von Oppositionsparteien den Fördermechanismus zum Bau neuer Gaskraftwerke verabschieden können. Damit entsprach das Parlament einem Vorschlag des Wirtschaftsausschusses im Hinblick auf Finanzierung von neuen Gaskraftwerken zur Energiegewinnung im Zuge des für 2025 geplanten Atomausstiegs.

Der Vorschlag des Wirtschaftsausschusses der Ersten Kammer im belgischen Bundesparlament zum Fördermechanismus für den Bau neuer Gaskraftwerke im Hinblick auf den Ausstieg aus der Kernenergie fand eine breite Mehrheit. Die Koalitionspartner in der geschäftsführenden Regierung wurde von den liberalen Parteien Open VLD und MR, von den Zentrumsparteien CD&V und CDH, von den Grünen Groen und Ecolo sowie von den frankophonen Sozialisten PS getragen. 

Die flämischen Sozialdemokraten SP.A enthielten sich ihrer Stimme und die flämischen Nationaldemokraten N-VA - Befürworter der Kernenergie und einer Laufzeitverlängerung von Atommeilern über 2025 hinaus - stimmten dagegen. Die N-VA argumentierte ihre Ablehnung auch mit der Befürchtung, dass die Kosten für diesen Fördermechanismus aus dem Ruder laufen könnten, was ihrer Ansicht nach auch die Stromrechnung der Verbraucher in die Höhe schnellen lassen werde.

Wie hoch die Zuschüsse für die Förderung des Baus neuer Gaskraftwerke letztendlich sein wird, ist noch unklar und hängt nach Ansicht von Energieministerin Marie-Christine Marghem (MR) von den Garantien ab, die mögliche Investoren für ihren Einsatz verlangen.

Inzwischen prüfen drei Energieproduzenten, ob sie in den Bau oder in die Modernisierung von Gaskraftwerken investieren werden: Engie Electrabel, RWE und Energie Market. Bisherige Standorte sind die Gaskraftwerke von Vilvoorde (Flämisch-Brabant - Foto oben), die von dem bulgarischen Unternehmen Energie Market betrieben wird und das Kraftwerk Langerloo bei Genk (Limburg), das eine Zeit lang zu E.on gehörte.

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