Gedenken der Anschlagsopfer vom 22. März

An diesem Freitagmorgen ist auf dem Flughafen Zaventem und in der Metrostation Maalbeek der 32 Opfer der Anschläge vom 22. März 2016 gedacht worden. Die belgische Regierung, die Nahverkehrsgesellschaft MIVB und der Flughafen Brüssel haben in Zusammenarbeit mit den Opferverbänden Life 4 Brussels und V-Europe eine Reihe von Gedenkmomenten für die Opfer und ihre Familien organisiert. An beiden Orten fand um 10.00 Uhr eine Schweigeminute statt.

An diesem 22. März vor genau drei Jahren hat der Terror in Belgien zugeschlagen, und die Bombenanschläge auf dem Brüsseler Flughafen und die Brüsseler Metrostation Maalbeek haben 32 Menschen das Leben gekostet. Etwa 340 Menschen wurden verletzt. An den Orten, an denen die Terroristen die Anschläge verübten, fanden an diesem  Freitag wieder Gedenkveranstaltungen statt.

Die gerichtliche Untersuchung der Anschläge ist noch nicht abgeschlossen. Die Bundesanwaltschaft vermutet, dass der Prozess im Laufe des Jahres 2020 beginnen könne. Viele Opfer fühlen sich von der Regierung und den Versicherungsgesellschaften im Stich gelassen.

In Maalbeek wurde bereits um 9 Uhr am Morgen ein Moment der Erinnerung begangen, der eine Stunde später mit einer Schweigeminute endete. Auch am Flughafen Brüssel wurde eine Schweigeminute abgehalten. Zuvor, um 9.30 Uhr, hatten sich Opfer und Angehörige an der Gedenktafel in der Abflughalle getroffen. Dort wurden die Namen der Opfer verlesen.

Auch einen weiteren Moment des Gedenkens im "Memorial Garden" auf dem Flughafengelände haben die Veranstalter eingeplant. Es handelt sich um eine Gedenkstätte, an der das Kunstwerk "Flight in mind", das sich bis zu den Anschlägen in der Abflughalle befand, zusammen mit einer Gedenktafel steht.

Nach einem Treffen für Opfer und Angehörige in Bozar in Brüssel um 14.30 Uhr beginnt überdies eine Gedenkfeier am Birkenkreis im Zonienwald. Dieses Naturdenkmal, das aus einer runden Bank besteht, die von 32 Birken im Kreis umgeben ist, wurde ein Jahr nach den Angriffen zum Gedenken an die Opfer eingeweiht.

Viele Opfer leiden noch immer unter den Folgen der Anschläge: physische und psychische, aber auch finanzielle Folgen. Mehr als 60 Prozent wartet noch stets auf eine vollständige Entschädigung, schrieb die Zeitung De Zondag letzte Woche. Die Regierung tue nichts und die Versicherungsgesellschaften verzögerten die Akten, lautet die Kritik. Etwas mehr als 27 Millionen Euro wurden an 1.337 Opfer inzwischen ausgezahlt.

In vielen Fällen geht es noch immer um vorläufige Zahlungen oder Vorschüsse. Assuralia, der Dachverband der Versicherer, weist darauf hin, dass die Entschädigung schwer verletzter Menschen erst dann endgültig festgestellt werden könne, wenn sich ihr Zustand "stabilisiert" habe, d.h. wenn medizinisch erwartet werde, dass sich ihr Zustand nicht mehr groß verändern werde.

Der Dachverband der Versicherer zeigte sich überrascht, dass einige Opfer, "oft auf Anraten ihrer Angehörigen oder ihres Anwalts", keine Vorschüsse akzeptierten. "Ein Vorschuss ist jedoch in keinster Weise bindend für den endgültigen Betrag der Forderung. Somit geht das Opfer zum Zeitpunkt der Annahme kein Risiko oder Nachteil ein".

Assuralia befürwortet einen Gesetzentwurf des Parlaments für eine bessere und schnellere Entschädigung der Opfer von Anschlägen. Nach Angaben des Versicherungsdachverbandes gehören dazu die vollständige Entschädigung der Opfer durch die Versicherer, eine einmalige medizinische Expertise und eine einzige Kontaktstelle für die Opfer. Die Opferverbände sind eher für einen staatlichen Fonds.

Die irische Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen, Fionnula Ni Aolain, hatte bereits Anfang dieses Monats erwähnt, dass die Opfer der Anschläge unzureichende medizinische und psychologische Unterstützung erhalten hätten. In ihrem Bericht verweist sie auf "erhebliche Lücken" in der Betreuung der Opfer.

(Lesen Sie bitte unter den Fotos weiter!)

Metro Maalbeek

Schweigeminute auch auf EU-Gipfel

Mit einer Schweigeminute hat auch der Europäische Rat am Freitag an die Opfer der Anschläge vom 22. März in Brüssel (2016) und Westminster (2017) erinnert, hieß es im Umfeld des belgischen Premierministers Charles Michel.

Bei den Anschlägen auf dem Flughafen Zaventem und der Metrostation Maelbeek starben 32 Menschen.

In Westminster (Vereinigtes Königreich) wurden, genau ein Jahr nach den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt, 5 Menschen getötet.

Die Schweigeminute der in Brüssel tagenden Staats- und Regierungschefs der EU wurde auf Ersuchen von Charels Michel abgehalten.