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"Geh zurück in Dein Land": Wie Rassismus seit dem Brexit einen Flamen dazu bringt, London zu verlassen

Jan Van Geet lebt und arbeitet seit 20 Jahren mit seiner niederländischen Frau in London. Aber seit dem Brexit-Votum fühlt er sich in der britischen Hauptstadt nicht mehr willkommen. Nach mehreren negativen Erfahrungen hat er nun beschlossen, Großbritannien zu verlassen. 

"Das Brexit-Referendum vor fast drei Jahren hat vieles verändert", erzählt Jan Van Geet der VRT. "Das Vereinigte Königreich ist rassistischer und weniger offen geworden. Das hier ist immer noch mein Zuhause, aber ich fühle mich stets mehr wie ein Ausländer, obwohl ich seit Jahren Steuern zahle und die britische Regierung nie um etwas gebeten habe."

Jan Van Geet lebt mit seiner Frau Claudia im Stadtteil Whitechapel und arbeitet als freiberuflicher Videotechniker für Festivals und große Konzert- und Theaterhäuser. "In letzter Zeit höre ich immer mehr Kunden, die mir sagen, dass sie nicht mehr mit Ausländern arbeiten", bezeugt er.

Für diesen Flamen hat schließlich ein besonderer Vorfall das Fass zum Überlaufen gebracht. "In der U-Bahn rief mir ein Mann nach, ich solle in mein Land zurückkehren. Ich rief meine Frau an und sagte ihr: Es ist Zeit, dass wir gehen", so Jan Van Geet.

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Keine leichte Entscheidung

Die Entscheidung war nicht leicht für das Paar. "Wir haben es immer geliebt, hier zu leben. London bleibt als Wohnort eine der schönsten Städte der Welt", bedauert Jan Van Geet.

Neben den persönlichen Argumenten, die er zur Rechtfertigung seines Wegzugs vorbringt, äußerte er auch ernsthafte praktische Bedenken. "Die Situation bezüglich der Papiere, die ausgefüllt werden müssen, um hier weiterarbeiten zu können, ist nicht eindeutig." "Muss ich bald 3 Stunden in meinem Auto in Calais warten?", fragt er sich auch noch.

Diese Unsicherheiten spielten eine große Rolle, so der Flame. „Es wird mir das Herz brechen, zu gehen, aber dieses Kapitel ist für mich jetzt abgeschlossen.“