Ricardo Smit

Flämische Sozialdemokraten fordern Untersuchung der Atomkraftwerksausfälle

Die flämischen Sozialdemokraten (SP.A) fordern eine unabhängige Untersuchung der Ausfälle von  Atomkraftwerken in Belgien. Der Präsident der flämischen sozialistischen Partei, John Crombez, verdächtigt Engie Electrabel der Manipulation. Die habe zum Ziel, die Rechnungen steigen zu lassen, wird Crombez in der Zeitung De Zondag zitiert.

Die SP.A weist darauf hin, dass belgische Kernkraftwerke seit vier Jahren mit technischen Problemen zu kämpfen hätten. "Diese Probleme treten vor allem im Herbst und Winter auf, wenn der Bedarf an Strom am größten ist", sagt John Crombez in der Sonntagspresse. "Man darf sich fragen, ob Engie Electrabel seine Wartungsarbeiten nicht strategisch zu einem Zeitpunkt plant, in dem die Strompreise am höchsten sind."

Die SP.A hat die Bundesministerin für Energie, Marie-Christine Marghem (MR), deshalb gebeten, eine unabhängige Untersuchung in Auftrag zu geben. Mit der sollen die Ursachen für die Probleme und deren Zeitpunkt in den Werken ermittelt werden.

      "Wir wollen die Auswirkungen auf die Rechnungen der Haushalte wissen", fährt Crombez fort. Gleichzeitig erinnert er daran, dass die Ministerin schon in der Vergangenheit eine solche Studie versprochen hatte.

Engie Electrabel reagierte "überrascht" auf die Forderung von Crombez. "Die vorübergehenden Stillstände der belgischen Kraftwerke zu Beginn des Winters 2018 sind zum einen auf die Verlängerung  des Betriebs von Doel 1, Doel 2 und Tihange 1 und zum anderen auf die Anweisungen der Föderalagentur für Nuklearkontrolle (FANK) zurückzuführen. Der Betreiber hat diese Anforderungen natürlich erfüllt", heißt es von Seiten des Energieversorgers.

"Die belgischen Reaktoren sind ab dem 12. November 2018 schrittweise wieder ans Netz geschlossen worden. Sechs von sieben Einheiten produzieren von nun an absolut sicher lokalen und kohlenstoffarmen Strom", betont Engie Electrabel noch. "Jede belgische Einheit muss alle 12 oder 18 Monate für geplante Wartungsarbeiten stillgelegt werden."

Das Unternehmen konzentriere sich auf den Einsatz von personellen, technischen und finanziellen Ressourcen, die "weit über die gesetzlichen Verpflichtungen hinausgehen". Nach Auffassung des Unternehmens habe das den Behörden bei der Gewährleistung der Versorgungssicherheit geholfen.

John Crombez Belga