Philippe und Mathilde: Staatsbesuch des belgischen Königspaars in Südkorea

Am Sonntag sind König Philippe und Königin Mathilde zu einem viertägigen Staatsbesuch nach Südkorea aufgebrochen. Begleitet wird das belgische Königspaar von einer hochrangigen Delegation von Politikern, Unternehmern und Akademikern. Der Staatsbesuch wird sich allerdings im Wesentlichen auf die südkoreanische Hauptstadt Seoul beschränken. 

König Philippe wird Gespräche mit Staatspräsident Moon Jae-in führen, während sich Königin Mathilde mit Kim Jung-sook, der Frau des Präsidenten - eine Opernsängerin, sowie mit dem ehemaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, treffen wird. Zwischen beiden First Ladys wird es kulturell einiges zu erzählen geben, denn gleich mehrmals hatten Mitbewerber aus Südkorea den renommierten Königin-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel gewonnen.

Das Königspaar wird auch der belgischen Soldaten gedenken, die während des Koreakrieges gefallen sind. Etwa 3.200 belgische (und luxemburgische) Freiwillige kämpften in dem Konflikt in den 1950er Jahren auf der Seite der USA gegen den Kommunismus. 103 von ihnen verloren dabei ihr Leben.

Kultur und Wirtschaft

Auf dem Besuchsprogramm des belgischen Königspaars  stehen auch die Teilnahme an Seminaren, z.B. zu Themen, wie Smart Cities und die Kreislaufwirtschaft und auch ein ein Besuch der nationalen koreanischen Kunsthochschule. Ein Staatsbesuch des belgischen Königspaars hat stets wichtige  diplomatische und kulturelle Aspekte, doch einen wesentlichen Teil solcher Visiten nimmt die Wirtschaft für sich in Anspruch. Teil der belgischen Reisegruppe sind rund 100 Unternehmer, z.B. aus der Lebensmittelbranche.

Export und Import

Südkorea ist die viertgrößte Volkswirtschaft Asiens und in Sachen Export aus Belgien steht das Land als Importeur an 35 Stellen aller Handelspartner unseres Königreichs. 2016 und 2017 betrug das Exportvolumen in Richtung Südkorea jeweils rund 1,50 Mia. €. Das entspricht etwa 0,4 % der Gesamtvolumens der belgischen Exportwirtschaft.

Umgekehrt war Südkorea der 23. Lieferant Belgiens. Unser Land importierte im Gegenzug 2017 Waren und Güter im Wert von 2,72 Mia. € aus Südkorea an Waren, was sich auf 0,8 % des gesamten belgischen Imports beläuft.

Geschwächte politische Delegation

Der Ministerpräsident der Region Brüssel-Hauptstadt, Rudi Vervoort (PS) und der Ministerpräsident der Französischen Gemeinschaft, Rudy Demotte (PS), sind Teil der politischen Delegation in Seoul. Willy Borsus (MR), der Ministerpräsident der Wallonischen Region, sagte seine Teilnahme aufgrund des Mehrheitsverlustes seiner Koalition ab.

Auch Belgiens Außen- und Verteidigungsminister Didier Reynders (MR) ließ sich vertreten und zwar durch Innenminister Pieter De Crem (CD&V). In international schwierigen Zeiten (Brexit usw.) zieht es die geschäftsführende belgische Bundesregierung vor, ihre wichtigsten Minister in Brüssel zu belassen.

Flanderns Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA) lässt sich seinerseits von Landeswirtschaftsminister Philippe Muyters (N-VA) vertreten. Der Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Oliver Paasch (ProDG), hatte bereits im Vorfeld angekündigt, nicht an diesem Staatsbesuch in Südkorea teilzunehmen. 

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