Zugschaffner dürfen bald wieder auf ihr Namensschild verzichten

Belgiens Zugschaffner brauchen bald nicht mehr ihr umstrittenes Namensschild zu tragen. Bundesverkehrsminister François Bellot (MR) lässt den Namen der Schaffner auf ihrem Badge durch eine Nummer ersetzen um damit das Zugpersonal vor Angriffen und persönlicher Rache zu schützen.

Das Tragen von Namensschildern in den belgischen Zügen war im November 2018 erst eingeführt worden, damit Zugbegleiter bei der Verhängung von Geldbußen oder bei Streitigkeiten mit Schwarzfahrern erkennbar sein sollen. Damit will die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB auch Verwaltungsstrafen nach Fehlverhalten der Schaffner ausschreiben können. Das bedeutet, dass klagende Fahrgäste wissen sollen, welcher Schaffner sich etwas im Zug zuschulden kommen ließ.

Krach im Zug

Über die neuen Badges sind die Schaffner bei Klagen von Fahrgästen leichter zu identifizieren. Ohne deren Namen konnten zudem Geldbußen wegen fehlender Fahrscheine oder wegen Belästigung, Angriffen, Sachbeschädigung, verbotenes Rauchen im Zug und anderen Vergehen zudem nicht rechtskräftig verhängt werden. Die Gewerkschaften der Eisenbahner hatten schon vor der Einführung dieses Systems persönliche Probleme für die Schaffner befürchtet und davor gewarnt.

Nummern statt Namen

Die Idee, den Namen der Schaffner durch eine Nummer zu ersetzen, stammt von den Gewerkschaften. Die nötige Gesetzesanpassung soll schon in der kommenden Woche in der Ersten Kammer des belgischen Bundesparlaments verabschiedet werden.  Die Eisenbahnergewerkschaften sind der Ansicht, dass man mit den Schaffnern und deren Privatleben so umgehen soll, wie auch mit den Polizisten. Diese tragen eine erkennbare Nummer zur Identifikation an ihren Uniformen, doch deren Namen bleiben außen vor. Mit einer solchen Vorgehensweise kann sich auch das fahrende Personal in den belgischen Zügen anfreunden.

Die Schaffner bekommen alles ab

Aggressivität in Belgiens Zügen ist nicht selten auch eine Folge der häufigen Verspätungen und der mangelnden Information für die Reisenden von Seiten der Bahn. Die Schaffner sind die ersten und oft auch die einzigen direkten Ansprechpartner für erboste Fahrgäste. Sie bekommen einfach jeden Ärger direkt ab. Das dies auch in der Gegenwehr zu Aggressionen führen kann, darf eigentlich nicht sein, liegt aber auf der Hand.

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