Anschlag auf Jüdisches Museum: Mittäter geht gegen Urteil in Berufung

Nacer Bendrer, der Mittäter beim Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel im Mai 2014, geht gegen das Urteil, das gegen ihn verhängt wurde, vor dem Kassationshof in Berufung. Bendrer wurde am 11. März zu 15 Jahren Haft und 5 Jahren Sicherheitsverwahrung. 

Die Verteidigung von Nacer Bendrer hatte nach der Urteilsverkündung zwei Wochen lang Zeit, um in Berufung zu gehen. Am Montag bestätigte einer seiner Anwälte gegenüber unseren Kollegen des frankophonen Rundfunks RTBF Meldungen, dass man vor den Kassationshof ziehen werde. Bendrer akzeptiere das Urteil gegen ihn nicht, hieß es dazu.

Nacer Bendrer hatte an allen Verhandlungstagen und bei allen Verhören stets seine Unschuld beteuert und angegeben, er sei an dem Anschlag, bei dem der Haupttäter, der zu lebenslänglicher Haft verurteilte Mehdi Nemmouche, vier Menschen tötete, nicht beteiligt gewesen.

Dem schenkten weder das Gericht, noch die Geschworenen Glauben, denn es gilt als erwiesen, dass Bendrer die Waffen zu dem Anschlag geliefert hat. Seine beiden Anwälte kündigten an, in Berufung alle möglichen Optionen zu nutzen. Vor dem Kassationshof können lediglich Verfahrensfehler angemeldet werden, um einen neuen Prozess zu ermöglichen, denn diese gerichtliche Instanz spricht sich nicht zu den Inhalten von Verfahren aus.

Mehdi Nemmouche, der Haupttäter in diesem Fall, geht nicht gegen sein Urteil in Berufung. Dies ließ dessen Anwalt wissen. 

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