Brüssel erzwingt den Zwangsverkauf einer leerstehenden Immobilie

Die Stadt Brüssel hat zum ersten Mal überhaupt einen Hausbesitzer dazu gezwungen, eine seht mehr als 10 Jahren leerstehende Immobilie in Innenstadtnähe versteigern zu lassen. Das Haus verfiel mehr und mehr. Brüssel griff mit dieser Maßnahme ein wichtiges Thema auf: Wohnraum wird im Zentrum der belgischen Hauptstadt bedrohlich knapp. Jahrelang leerstehende Gebäude verschärfen das Problem. 

Diese erzwungene öffentliche Versteigerung des Gebäudes in der Bijstandstraat (Foto) in Brüsseler Innenstadtnähe ist die letzte Phase in einem sich jahrelang hinziehenden Verfahren. Um gegen den seit Jahren andauernden akuten Mangel an (bezahlbarem) Wohnraum vorzugehen, erließ Brüssel vor einiger Zeit eine Regelung, die Immobilienbesitzer zu Bußgeldern verurteilte, wenn diese ihre Gebäude leer stehen lassen.

Auch der Besitzer des Hauses, um das es in diesem Verfahren hier geht, wurde wiederholt zur Zahlung  Bußgeldern verurteilt, ignorierte dies jedoch stets. Danach, im Jahr 2011, strengte die Stadt ein Verfahren gegen den Besitzer an, damit dieser die Wohnungen in seinem Haus verpflichtet am Mietwohnungsmarkt anbietet.

Dieses Verfahren verlor der Immobilienbesitzer, ignorierte aber auch dieses entsprechende Urteil. An Persoons (SP.A, Change.Brussels), Brüssels Schöffin für Wohnungs- und Städtebau, sagte gegenüber VRT NWS: „Wir haben einiges versucht, doch der Besitzer wollte niemals reagieren. Also mussten wir diesen letzten Schritt ergreifen, damit dieses Haus wieder bewohnt werden kann.“

Die Stadt Brüssel sah keine andere Möglichkeit, um einen Ausweg aus dieser Situation zu finden und startet jetzt ein Verfahren zur Zwangsversteigerung dieses Hauses aus dem Jahr 1914. Das Gebäude weist drei Stockwerke und drei einzelne Wohnungen auf. Das Haus wird online versteigert. Die Zwangsversteigerung startete am 21. März und läuft noch bis zum 29. März.