Brüssels freie Universitäten eröffnen mehrsprachige Schule

Die beiden freien Universitäten von Brüssel, die niederländischsprachige VUB (Foto) und die frankophone ULB, wollen 2020 eine mehrsprachige Sekundarschule in der belgischen Hauptstadt eröffnen. Die Unterrichte sollen dort in gleich drei Sprachen erfolgen: Niederländisch, Französisch und Englisch.

Die Einführung von mehrsprachigen Schulen in einer Stadt wie Brüssel, die Hauptstadt Belgiens, der EU und des Bundeslandes Flandern, eigentlich logisch. Hier haben sich viele internationale Institutionen, Bildungsinstitute und Unternehmen niedergelassen und fast überall werden viele verschiedene Sprachen gesprochen, was sich auch auf den Arbeitsmarkt niederschlägt. Die Tageszeitungen De Standaard, Het Nieuwsblad und Le Soir berichteten am Dienstag ausführlich über das Vorhaben der freien Brüsseler Universitäten.

Caroline Pauwels, die Vize-Rektorin der flämischen Uni VUB, legt im Hinblick auf die geplante Schule Wert auf eine sprachliche Gleichbehandlung der Unterrichte: „Alle Sprachen sind gleichberechtigt. Es gibt hier keine erste, keine zweite und keine dritte Sprache.

ULB-Rektor Yvon Englert ergänzte: „Das Lernen von Sprachen bietet einen Schlüssel für die Gesellschaft, für den Zugang zu Kultur und für den Zugang zu anderen Gesellschaftsformen.“ Die beiden Brüsseler Universitäten erhoffen sich von ihren dreisprachigen Schulprojekt auch einen Zulauf von neuen und sprachengewandten Studenten aus der eigenen Stadt und dem eigenen Land in ihren Instituten.

Allerdings braucht dieses Projekt einen gesetzlichen Rahmen, der noch abgesteckt werden muss. Rudy Vervoort (PS), Ministerpräsident der Region Brüssel-Hauptstadt, und Guy Vanhengel (Open VLD), Finanzminister der Brüsseler Region, teilten gegenüber der Presse dazu mit, dass dies noch vor den Regionalwahlen vom 26. Mai geregelt sein müsste.