Wie sich der Brüsseler Ministerpräsident in Seoul inspirieren lässt

Zu der hochrangigen Delegation, die sich in diesen Tagen im Rahmen des Staatsbesuchs des belgischen Königspaars in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul aufhält, gehört auch der Brüsseler Ministerpräsident Rudy Vervoort (PS - Foto). Dieser traf mit seinem dortigen Amtskollegen Won-Soon Park zusammen, der ihm eine gigantische Plattform vorführte, mit der die Geschicke seiner Stadt geregelt und kontrolliert werden. SmartCity nennt sich so etwas und auch Königin Mathilde beschäftigte sich in Südkorea mit diesem Thema.

An dieser Plattform sind rund 20.000 Kameras angeschlossen, die auch mit den Netzwerken der Polizei und der öffentlichen Verkehrsmittel verbunden sind. Dabei wird auch mit Gesichtserkennung gearbeitet, was in Belgien aus Gründen des Schutzes des Privatlebens allerdings verboten ist.

Ministerpräsident Vervoort sagte dazu, dass er seine Stadt nicht von seinem Büro aus kontrollieren wolle, doch einige der in Seoul angewandten Technologien könnten durchaus beim Krisenmanagement helfen: „Bei einem Brand oder bei anderen Vorfällen, z.B. beim Ausufern von Demonstrationen kann man sofort erkennen, wen man wann wohin schicken muss. Brüssel arbeitet an einem gleichartigen System, doch wir tragen Rechnung mit den technologischen Entwicklungen und mit dem Schutz des Privatlebens.“

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Ideen über Ideen

Der Brüsseler Regierungschef besuchte in Seoul auch Projekte zur weiteren Stadtgestaltung, z.B. einen ehemaligen Straßenviadukt, der heute eine Fußgängerzone ist. Diese Brücke könnte als Beispiel für die in Zukunft geplante Umwidmung des Herman Debroux-Viadukts am Ring um Brüssel dienen, denn dort wird der Verkehr völlig umgestaltet. Interessant für die belgische Hauptstadt ist auch die Freilegung des Flusses Cheonggyecheon, der Seoul durchfließt (Foto unten). Hier wurden von Brüsseler Seite her Ideen gesammelt, um den Fluss Zenne im Bereich des Maximilianparks am Nordbahnhof wieder offenzulegen.

Auch Königin Mathilde befasste sich mit dem Thema moderne Stadt. Sie besuchte ein Smart City-Projekt in der südkoreanischen Stadt Incheon. Der moderne Ortsteil Songdo gilt als die intelligenteste Stadt der Welt. Auch hier wird die Bevölkerung vom sogenannten „Smart City Operation Center“ aus über 1.000 Kameras in den Straßen beobachtet und geleitet… 

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