Die Wasserqualität in Flandern muss deutlich verbessert werden

Ein neuer und strengerer Gülleplan soll dafür sorgen, dass die Qualität des Grundwassers im belgischen Bundesland Flandern besser wird. Die flämische Landesregierung will mit ihre angepassten Gülleplan vor allem gegen die Verunreinigung der Wasserläufe vorgehen. 

Noch immer fließt zu viel Gülle aus der Landwirtschaft in Bäche, Flüsse und Kanäle ab, aber es versickern auch weiterhin zu viele Schadstoffe aus der Landwirtschaft ins Grundwasser. Bei 28 % aller Nitratproben, die im vergangenen Jahr flandernweit genommen wurden, lagen die zulässigen Nitratwerte über den zulässigen Werten. Eigentlich wollte die flämische Landesregierung diese Zahl unter 5 % drücken, doch dies gelang nicht.

Die inzwischen zurückgetretene Landesumweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) ließ einen Aktionsplan ausarbeiten, der auch die Unterstützung der EU-Kommission fand, doch die Landesregierung hat diesen Plan noch weiter verschärft. Neu daran ist, dass der angepasste Gülleplan Flandern in vier Bereiche aufteilt (grün, gelb, orange und rot), je nachdem, wie hoch eine Region nitratbelastet ist.

Die roten Gebiete liegen vor allem im Süden von Westflandern, in einigen Gegenden im Norden von Antwerpen und in der Provinz Limburg.

Für jedes Gebiet werden spezifische Maßnahmen ergriffen, die deutlich weitergehen, als der ursprüngliche Schauvliege-Plan vorsah. Der aktuelle flämische Umweltminister Koen Van den Heuvel (CD&V) sagte dazu: „In den orangen und den roten Gebieten gelten also sehr strenge Güllevorschriften.“

Flanderns Bauernbund zeigte sich nicht unbedingt bedingungslos zufrieden mit dem neuen und weitgehenden Gülleplan. Dessen Sprecherin bemerkte, dass es problematisch für manche Landwirte sei, von Faktoren abhängig zu sein, für die sie eigentlich nicht selbst verantwortlich sind: „Zum Beispiel im Falle von Trockenheit oder bei übermäßigen Regenschauern, was die Wasserqualität auch beeinflusst. Da kann ein Landwirt gar nichts dran ändern.“

Weitere Nachrichten