Kupferdiebe haben es jetzt auf Hochspannungsleitungen abgesehen

Die Kupferdiebe, die seit Jahren in Belgien aktiv sind, haben es jetzt auf Kabel an Hochspannungsleitungen abgesehen. In der vergangenen Woche und am letzten Wochenende wurden insgesamt 2 Kilometer Kabel im Süden der Wallonie gestohlen. Die Diebe schlugen jeweils am frühen Abend zu und schnitten Kabel in schwindelnder Höhe ab. 

Der Diebstahl fand jeweils in Bercheux statt, eine zur Gemeinde Vaux-sur-Sûre gehörende Ortschaft, die in der Nähe von Bastogne und Neufchâteau in der Provinz Luxemburg liegt.

Die Diebe kletterten etwa 35 Meter hoch, um an der Spitze von Hochspannungsmasten Kupferkabel abzuschneiden, die als Blitzableiter für die eigentlichen Stromkabel dienen. Diese Kabel stehen in der Regel nicht unter Spannung, doch durch die Leitungskabel, die in direkter Nähe zu den Blitzableiterkabeln an diesen Masten verlaufen, jagen 70.000 Volt.

Solche Aktionen sind lebensgefährlich und nicht nur weil ein Sturz aus 35 Metern Höhe tödlich verlaufen kann, sondern auch, weil die Stromkabel eine derart hohe Voltzahl befördern, die zu elektrischen Bögen führen können. Das bedeutet, dass man einen tödlichen Stromschlag erleiden kann, auch ohne die Leitungen an sich zu berühren.

Hoher Sachschaden

Netzbetreiber Elia bleibt auf hohen und noch nicht zu beziffeernden Kosten sitzen, denn das Anbringen von neuen Blitzableiterkabeln ist nicht nur kostenintensiv, sondern auch kompliziert und arbeitsintensiv. Zudem muss die Voltstärke durch das Fehlen von Blitzableitern gesenkt werden, was auch die Bevorratung von Zufuhrlinien schwächt, wie Elia wissen ließ. Weitere Diebstähle an dieser spezifischen Leitung führen unweigerlich zu Problemen.

Es ist nicht das erste Mal, dass der belgische Netzbetreiber mit dem Diebstahl von Kabeln an Hochspannungsleitungen fertigwerden muss. Im Juni im vergangenen Jahr wurden mehrere hundert Meter ähnliche Kabel an verschiedenen Masten in Wallonien und in Flandern gekappt und gestohlen. Elia reichte eine Klage gegen Unbekannt ein und sucht jetzt nach Zeugen für die Vorfälle. Übrigens, den Anwohnern der jetzt betroffenen Leitung in Bercheux wird dazu geraten, sich diesen nicht zu nähern, denn schließlich fehlt jetzt eine wichtige Sicherung der Masten.