BELGA/DECONINCK

Stahldraht-Hersteller Bekaert streicht Jobs und schließt ein Werk in Flandern

Beim Stahldraht-Hersteller Bekaert laufen die Geschäfte schlecht und die Aktienkurse sind im Keller. Jetzt will das Unternehmen in Belgien umstrukturieren. Dabei fallen 281 Jobs weg und das Werk in Moen in der Provinz Westflandern wird geschlossen. Bekaert wird die Produktion von dort nach Osteuropa verlegen.

„Wir wollen unsere Wettbewerbsfähigkeit und unsere Kapazitäten erhöhen, den Wünschen unserer Kunden schneller entsprechen und den sich rasch verändernden Marktbedingungen anpassen“, hieß es in einer Pressemitteilung von Bekaert zu der bevorstehenden Umstrukturierung.

Im Zuge dieses Vorgangs wird der Stahldraht-Hersteller sein Werk in Moen bei Zwevegem in Westflandern schließen und die Produktion von dort nach Petrovice in Tschechien verlagern. Für die Gewerkschaften am Standort Moen kam diese Umstrukturierung nicht überraschend, denn die Beschäftigten in diesem Werk hatten die drohende Unsicherheit schon seit langem gefühlt.

Entlassungen werden bei allen flämischen Bekaert-Standorten vorgenommen: 106 in Deerlijk, 70 in Moen, 44 in Zwevegem und 61 in Ingelmunster. Dass das Werk in Moen, wo Stahlstangen zur Verstärkung von Beton produziert wird, geschlossen werden muss, begründet das Unternehmen wie folgt: „Diese Niederlassung kann bei den heutigen Preisen nicht mehr mithalten und wettbewerbsfähig bleiben.“ Auch die Konkurrenz verlagere die Produktion nach Osteuropa bzw. beziehe ihre Produkte von dort, so verlautete bei Bekaert weiter dazu. 

Teurere Rohstoffe und neue politische Marktgegebenheiten

Bekaert hat es in letzter Zeit nicht leicht und hat Probleme damit, die gestiegenen Rohstoffpreise an die Kunden weiterzugeben – vor allem im Bereich Walzstahl. Im internationalen Kontext leidet das Unternehmen nach eigenen Angaben unter dem Handelskrieg zwischen China und den USA sowie unter dem drohenden Brexit. Die Aktionenkurse von Bekaert schwanken seit längerem bei eher negativer Tendenz und die Gewinne gehen trotz steigendem Umsatz nach unten. 2017 verzeichnete der Stahldraht-Produzent noch 185 Mio. € Gewinn und 2018 nur noch 40 Mio. €.

Auch organisatorisch wird sich einiges bei Bekaert ändern. Der Verwaltungsrat wird von heute 15 Mitgliedern auf 13 gesenkt und CEO Bert De Graeve verlässt im Mai das Unternehmen. De Graeve begann bei Bekaert als Finanzdirektor im Jahr 2002 und wurde vier Jahre später Firmenchef. Seit fünf Jahren ist er Vorstandschef. Das Unternehmen beschäftigt in Belgien 1.900 Mitarbeiter und weltweit rund 29.000 Arbeiter und Angestellte. 

Weitere Nachrichten