Belgischer Sammler ersteigert Rubens-Skizze für 1,3 Mio. €

Am Sonntag hat ein Kunstsammler aus Belgien bei einer Versteigerung im nordfranzösischen Lille eine jahrhundertelang verloren geglaubte Skizze von Pieter Paul Rubens ersteigert. Offenbar war diese Skizze in Privatbesitz und gehörten zu einem Erbe, das jetzt aufgelöst wird.

Die Skizze zeigt die Heilige Margaretha in einem rotweißen Kleid. Sie trägt einen Märtyrerpalmzweig in einer Hand und zu ihren Füßen liegt ein Drache. Das Werk, etwa 33 X 45,7 cm groß, gehörte zu einer ganzen Reihe an Vorlagen für ein monumentales Fresko für die Jesuitenkirche von Antwerpen, die heutige St. Carolus Borromäuskirche (Foto unten).

Im Jahre 1620 wurden bei Pieter Paul Rubens 39 große Werke mit einer Größe von 3 X 4 m für die damals noch zu bauende Jesuitenkirche von Antwerpen bestellt. Diese Kirche, so ist historischen Dokumenten aus dieser Zeit zu entnehmen, sollte eine der größten Kirchen Flanderns werden und hatte zum Zweck „durch ihre Pracht zur Speerspitze der Katholischen Kirche in ihrem Kampf mit dem protestantischen Rivalen“ zu werden.

Seit rund 20 Jahren wurde kein derartiges Werk mehr in Frankreich auf den Markt gebracht.“

Patrick Deguines, Auktionator bei Mercier in Lille, Nordfrankreich

Patrick Deguines, der Auktionator der Versteigerungshauses Mercier in Lille, sagte dazu, dass Rubens seinerzeit die Skizzen selbst angefertigt hatte: „Die großen Werke wurden von Rubens‘ gesamter Atelier, also mit Hilfe von seinen Schülern hergestellt, doch die Skizzen stammen von ihm selber und er weiterte sich damals, sie zu verkaufen.“ Leider wurden die Werke in der Kirche, zumindest die auf dem Plafond, bei einem Brand 1718 zerstört.

Bisher waren 33 dieser Skizzen bekannt. Die meisten sind im Besitz von Museen. Sechs jedoch galten als verschollen, darunter auch diese Heilige Margaretha, doch sie wurde nach Angaben von Mercier in einem Erbe entdeckt. Diese Skizze ist ein „seltenes und kostbares Werk“, so Mercier-Auktionator: „Seit rund 20 Jahren wurde kein derartiges Werk mehr in Frankreich auf den Markt gebracht.“ 

Kathleen Michiels