BELGA

Sozialkonflikt bei den Fluglotsen: Probleme trotz Schlichtung

Seit Wochen behindert ein hartnäckiger Sozialkonflikt bei der belgischen Flugsicherung Skeyes (früher Belgocontrol) den Flugverkehr im belgischen Luftraum. Inzwischen laufen Gespräche zur Lösung des Konflikts zwischen den Gewerkschaften und der Direktion von Skeyes unter Vermittlung zweier Schlichter, die die belgische Bundesregierung bestellt hat. Eigentlich waren damit alle Aktionen der Belegschaft ausgesetzt, doch so ganz ohne Probleme verläuft die Sache nicht.

Seit Freitag verhandeln die Gewerkschaften über Schlichter mit der Skeyes-Direktion über eine Lösung dieses massiven und die gesamte Belegschaft betreffenden Sozialkonflikts, bei dem es um akuten Personalmangel und einen entsprechend hohen Arbeitsdruck geht und um verlorenes Vertrauen zur Leitung sowie um Dienstpläne, die es erlauben, Urlaub oder Elternzeit zu nehmen, bzw. Überstunden abzubauen.

Die Gewerkschaften haben offiziell alle Aktionen, wie Streiks, Dienst nach Vorschrift oder kurze Arbeitsniederlegungen für die Dauer der Schlichtung eigentlich ausgesetzt. So soll der Flugverkehr während den baldigen Sommerferien nicht beeinträchtigt werden. Das käme den belgischen Flughäfen sehr entgegen, denn alleine am Brussels Airport sind in den vergangenen Wochen rund 200 Flüge wegen Aktionen der Fluglotsen annulliert worden.

Doch so ganz rosig verläuft das Ganze nicht. In der Nacht zum Montag war der Frachtverkehr am Brüsseler Nationalflughafen gestört, denn die Flugsicherung musste den Luftraum über Belgien für etwa drei Stunden schließen. Der Grund? Gleich mehrere Fluglotsen hatten sich kurzfristig krank gemeldet, so dass keine ausreichende Zahl an Mitarbeitern der Flugsicherung zur Verfügung stand. Massive Krankmeldungen von Seiten der Personals von Skeyes ist eine der Waffen, mit denen die Betroffenen auf die Unzulänglichkeiten in ihren Unternehmen regelmäßig hinweisen.