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Für Guy Verhofstadt ist "ein harter Brexit jetzt fast unvermeidlich".

Ein Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU ohne Abkommen, das heißt ein "harter Brexit", wird nun "fast unausweichlich", kommentierte der ehemalige belgische Premierminister und Brexit-Beauftrage des EU-Parlaments, Guy Verhofstadt, auf Twitter. Er reagierte damit auf die erneute Abstimmung im britischen Parlament am Montagabend. Das konnte sich wieder nicht auf eine Alternative zum EU-Austrittsabkommen von Premierministerin Theresa May einigen.

Keine der vier Möglichkeiten - die Abhaltung eines zweiten Brexit-Referendums, der Verbleib in einer Zollunion mit der EU nach dem Brexit, die weitere Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs im EU-Binnenmarkt oder die Beendigung des Brexit-Prozesses mangels eines Abkommens vor dem 12. April - hat die Zustimmung der Parlamentarier erhalten.

Für Guy Verhofstadt, den Brexit-Unterhändler des Europäischen Parlaments, ist klar: "Das britische Parlament hat erneut gegen alle Optionen gestimmt. Ein harter Brexit wird jetzt fast unausweichlich". "Mittwoch ist die letzte Chance für das Vereinigte Königreich, aus der Sackgasse herauszukommen oder sich an den Abgrund zu begeben", fügte der Belgier hinzu. Nach heutigem Stand der Dinge wird das Vereinigte Königreich wohl am 12. April ohne Vereinbarung aus der Europäischen Union ausscheiden.

Doch Premierministerin Theresa May schließt nicht aus, dass sie ihren Plan ein viertes Mal den britischen Abgeordneten vorlegt. Die Regierung legt an diesem Dienstag die nächsten Schritte fest. Bis zum Sondergipfel am 10. April muss ein neuer Plan ausgearbeitet werden, um zu verhindern, dass das Vereinigte Königreich am Abend des 12. April ohne Einigung aus der EU austritt.

Auch der EU-Chefunterhändler Michel Barnier hegt noch ein wenig Hoffnung, dass man ein No-Deal-Szenario doch verhindern könne. Die Europäische Union sei bereit, Großbritannien in der Zollunion zu belassen oder eine ähnliche Beziehung wie die zwischen der EU und Norwegen zu akzeptieren, betonte er.